Frühstück um 9. 00 Uhr. Gut und ausreichend.
Wir hatten heute das Rhonetal zu durchqueren. Erst zum Bahnhof, dort unter die Gleise und in Richtung Autobahn und Fluss. Wenn man früher durch den Fluss aufgehalten worden wäre und man sich eine Stelle zur Überquerung gesucht haben würde, also eine Furt oder einen Fährmann, so musste man heute zusehen, wie man die Autobahn über oder unterquerte. Den Weg, den wir genommen hatten, war eine Sackgasse, er bot nicht die Möglichkeit, die Autobahn zu queren. Also zurück, fragen und erneut los in Richtung Montry. Eine ¼ Stunde Verlust und ein paar mehr Meter in den Beinen. Autobahn unterlaufen, Rhone per Brücke passiert. Und nun hieß es latschen. In der Ferne ein BASF-Werk, davor bogen wir aber nach links ab und waren bald in der Stadt. In der Info holten wir uns eine Info und eine Karte und kehrten in der Bäckerei ein, die viele leckere Teilchen hatte und stinkende Desinfektionsmittel. Ja unser Ziel war bekannt, und wir näherten uns ihm erste in dem wir durch eine romantische Schlucht mit Tunnel und riesiger Hängebrücke gingen. Es ging aber vor allen bergauf. Schwitzen, Schnaufen, Leiden. Eine Weile verlief der Weg auf der Straße, aber zum Großteil im Wald. Wir überqueren die Teufelsbrücke und der Teufel lief in Tomas Schatten.
Da erreichten wir auch schon das erste Zwischenziel Troistorrents. An der Kirche, wir hatten kaum etwas vom Ort gesehen, ging es rechts bergauf, beschildert mit einem gelben Schild und abgebildeten Wanderer. Leichtsinnig den gelben Schildern folgen, wie die Kinder dem Rattenfänger von Hameln, kreuchten wir den Hang hoch. Der Weg war verdammt steil. Irgendwann wurde es mir dann unheimlich, und zwar als wir an eine Straße kamen, die da gar nicht hätte sein sollen. Auf unserer sehr groben Karte aus der Touristeninfo war nicht zu erkennen, wo wir waren. Ich hielt also das erste Auto an, dass uns entgegenkam und fragte nach dem Weg nach Champery. Wir waren falsch. Wieder etliche Höhenmeter umsonst gemacht. Das dritte Auto, besser dessen ein wenig Deutsch sprechender Fahrer, half uns zurück auf den richtigen Weg und empfahl uns eine schöne Variante zu Fuß. Sie führte an einem schönen Wasserfall vorbei. Kurz nach 16.00 Uhr waren wir dann in Val d‘ Illiez. 6 Stunden gelaufen, reicht. Das einzige Hotel hatte aber zu. Das super nette Fräulein in der Touristinfo empfahl uns ein Hotel in Champery und kopierte uns von der richtigen Wanderkarte noch den Ausschnitt vom Col de Cou, den Pass, der uns morgen nach Frankreich führen wird.
Da war die Entscheidung dann gefallen, da der Zug auch gleich kam, in Champery zu übernachten, und dorthin mit der Straßenbahn zu fahren. Also schnell zum Bahnhof gerannt, Ticket am Automaten gekauft und in den Zug gestiegen. Es war nur eine kurze Fahrt und wir standen auf dem Bahnhofsvorplatz von Champery. Das erste Hotel, das wir auf Hauptstraße sahen, sehr belebt im Übrigen, war das Swiss Hotel, genau die Empfehlung, die wir bekommen hatten. Rein. Wir würden überaus herzlich begrüßt. Vielleicht weil wir sagten, wo wir herkamen und die junge Rezeptionisten es gar nicht fassen konnte. Das Zimmer war viel billiger als angekündigt und das Abendbrot kalorienreicher und ebenso lecker wie am Abend zuvor.
Morgen geht es nach Frankreich, das Wetter soll nicht so gut werden. Die Wolken hängen heute schon sehr tief und es nieselte auch heute Abend ab und zu.