Die Übernachtung auf dem Campingplatz war okay, obwohl das Bad auf der Etage war und nicht im Zimmer. Wir waren nur noch 2 km von der französischen Schweiz entfernt, was sich bemerkbar machte. Immer mehr Leute sprachen nur noch wenig Deutsch oder gar nicht. Das Servicepersonal., was in der deutschen Schweiz aus Osteuropa kam, stammte wohl hier eher aus anderen Ländern. Uns bediente eine Brasilianerin, mit der wir uns spanisch verständigen konnten.
Egal, wir schliefen uns wunderbar aus, aßen reichlich Frühstück und zogen 9.30 Uhr los. Der Wanderwege nach Les Diablerets ging direkt am Campingplatz vorbei. Bis dorthin waren es 3,5 Stunden. Es ging zuerst bergauf zum Col de Pont. Der Weg dorthin verlief fast durchgängig durch den Wald und wir genossen ihn, obwohl es nach oben ging. Doch das waren wir ja schon gewohnt. Der Anstieg war moderat, ab und an gab es in der Natur schöne Momente. Kurz vor 12 waren wir an der Seilbahn zum Glacier 3000. Die Attraktion hier weit und breit.
Wir fragten nach dem Preis und ich rief wieder meine Bank an. Wir standen vor der Entscheidung nur die Hälfte des Fahrpreises zu bezahlen, dafür aber erst bis nach Les Diablerets ins Touristenbüro laufen zu müssen, dort eine Übernachtung nachweisen und dann noch einmal zurückzulaufen (Der Weg bergab wären schon 1.5 Stunden gewesen). Dann wäre wohl der Tag vorbei gewesen oder zumindest es wäre später Nachmittag geworden. Die letzte Bahn nach unten fuhr aber schon 16.50 Uhr. Also tief in die Tasche greifen, Maske aufsetzen und rein in die Gondel, die alle 20 Minuten fuhr, aber nach unserem Einsteigen die Tür schloss und wir abhoben, etwa 1500 Meter nach oben (bei einmal Umsteigen) in die nächste Gondel, die schon wartete und uns ganz nach oben hievte. Die Bergstation befand sich auf 29XX Metern. Obwohl der Wetterbericht Gewitter prophezeit hatte, war hier oben das Wetter gar nicht so schlecht. Die Sonne schien und der Gipfel oder die Gipfelregion Glacier 3000, ein riesiges Skigebiet, präsentierte sich mal in den Wolken, mal rissen sie auf und gaben ein Blick auf die umliegenden Berge frei. Hier oben befindet sich eine weitbekannten Hängebrücke, die zwei Gipfel verbindet und das in einer Höhe von fast 3000 Metern. Das war natürlich die erste Aktivität, die wir hier oben machten, auf die Brücke! Es war relativ warm 7° Grad Celsius. Eine zusätzliche Jacke konnte jedoch nicht schaden. Wir überqueren die Brücke, machten jede Menge Fotos und ich filmte, wie die Wolken den Hang hoch jagten und in Sekundenschnelle die Sicht zu Nichte machten, sich dann aber wieder auflösten, damit wir in die Ferne schweifen konnten. Wir verbrachten eine ganze Weile auf dem zweiten Gipfel, dem Endpunkt der Brücke und schauten dem meteorologischem Schauspiel zu. Auch die Alpendohlen kamen zu Besuch, als sie erspäht hatten, dass jemand seine Frühstücksbrote zu sich nahm. Manchmal verschwand der andere Gipfel in den Wolken und durch den Nebel war nur ein kleines Stück der Brücke zu sehen, die Brücke endete also im Nebel und verschluckt die Menschen, die über sie gingen. Das haben wir natürlich mit Toma gefilmt. Da muss ich jetzt noch eine schaurige Musik zur Untermalung finden.
Lange genug geschaut, wie die Wolkenküche über uns, unter uns, um uns brodelt, entschlossen wir uns, über den Gletscher zu gehen. Dazu ging es mit dem Sessellift nach unten und dann etwa 30-40 Minuten auf einer gespurten Piste zum anderen Gletscherende. Auf dem Gletscher waren von oben auch Huskys zu sehen, die Urlauber in einem Kreis über den Schnee / Eis zogen. Leider waren sie schon auf dem Heimweg, als wir an der Stelle ankamen. Am anderen Ende der Piste waren auch schöne Felsen und dramatische Aussichten zu fotografieren. So getan stapften wir wieder zurück durch den Schnee. Schlimm waren die Sonne und das gleißende Licht, was von Schnee reflektiert wurde. Da ich keine Sonnenbrille hatte, lief ich den großen Teil der Strecke mit geschlossenen Augen, mich an Tomas Schritten orientieren. Auf dem Rückweg hing über der Bergstation bereits eine dunkle Regenwolke, die Toma schaurig erschien, da sie ja eine Sonnenbrille aufhatte. Wir gelangten noch im Trockenen zur Seilbahn und fuhren auch gleich bergab. Alle in Masken. Als wir aussteigen und uns am Wegweiser orientierten, wie lange es noch bis zum Ort war, kam auch schon der Postbus. Da war es natürlich schwer zu argumentieren, dass wir noch einmal 1 Stunde 20 Minuten ran hängen. Wir steigen also in den Bus ein und los ging’s.
Im Touristenbüro vermittelte uns eine hübsche Mulattin ein Hotel, was wir nach 10 Minuten Fußweg erreichten. 17.00 Uhr war der Tag zu Ende. Sehr erlebnisreich.