Nur Tag, denn Wandertag kann man ihn nicht nennen.
Damit wäre ja schon alles gesagt. Und dass ich die ak um 16. 45 Uhr schreibe, daraus lässt sich der Rest zusammenreimen. Wir waren wirklich in einem Michelin Restaurant gestrandet. Also gestern. Es hat aber nur bis Sonntagmittag auf und Montag zu. Die Angestellten, deren viele, müssen einen freien Tag erhalten, wir sind ja schließlich im Land der Unions. Warum komme ich darauf zurück? Das Frühstück gab es im Restaurant im Nebengebäude. Als ich das Frühstückbuffet sah, traute ich meinen Augen nicht. Eine Leckerei neben der anderen. Manchmal zweifelte ich, dass man einfach ein ganzes Glas mit frischen Himbeeren sich nehmen konnte. Der Orangensaft wurde vor den Augen frisch gepresst. Doch was alles übertraf, war Tomas gekochtes Ei, zubereitet von einem Michelin-Koch, aber eben nicht nur gekocht, sondern serviert, komponiert, verziert, kreativ hergerichtet, so dass man es nicht mal mit den Augen verspeisen konnte, sondern sich nur daran satt sehen. Einfach genial. Ich könnte jetzt noch von sehr schmackhaften Konfitüren, Jougurts, Gebackene… berichten, aber das ist ja eher Tomas Spezialgebiet und sie wird noch Jahre von dem Frühstück schwärmen, bin ich mir sicher.
Ihr merkt schon, es gibt nichts Wesentliches zu berichten, sodass ich die kleinen Highlights aufbauschen muss. Vom Frühstückstisch aus sahen wir drei Heißluftballon aus Richtung Bergen auf uns zukommen und dann sehr schnell landen. Die Chefin bot uns beim Bezahlen an, uns zum Bahnhof zu fahren. Wir lehnten nicht ab, die 2 Kilometer bergab gestern, der Schlussspurt auf der Asphaltstraße, ohne Fußweg, saßen noch in den Knochen. Also wurden wir vom Personal zum Bahnhof (gare) chauffiert, verpassten aber den Zug, weil die Schranke sich schloss, als wir schon auf den Schienen waren, unsere Fahrerin aber den Rückwärtsgang einlegte und zurückfuhr. Wir kauften ein Ticket in Masken und warteten auf dem Bahnsteig eine knappe Stunde auf den nächsten Zug. Der Blick dabei auf das Mt. Blanc Massiv gerichtet. Ja wir wollten heute einfach mit dem Zug nach Chamonix fahren, denn alles andere wäre ein sinnloses Latschen durch Industriegebiete und entlang von Straße gewesen. Wir waren ja schon viel tiefer als Chamonix und hätten sogar 500 Höhenmeter vor uns gehabt.
Mit einmal Umsteigen ging es dann nach Chamonix und es war eine Bilderbuchlandschaft, durch die wir fuhren, immer am Mt. Blanc Massiv entlang. Das Tal ist sehr eng und die Berge gehen dementsprechend steil in die Höhe. Man sieht die Gletscher, wie sie am Hang liegen.
Aussteigen, Hotel suchen. Toma hatte sich gestern schon gut vorbereitet. Das erste Hotel war direkt am Bahnhof. Sehr wuseliger Platz. Wir wollten aber erst in die Tourist Information, um den 3 Tage-Aufenthalt zu planen. Kurz vor dem Office kamen wir am Hotel Chamonix vorbei, Tomas Favorit und recht preiswert. Wir schauten rein und fragten nach einem Zimmer. Sie hatten eins, gaben uns ein 4-Mannzimmer zum Preis für ein Zweimannzimmer mit Blick auf den Berg. Großes Badezimmer und toller Blick auf den Platz de Cummunal und die Berge. Das Zweisternehotel hatte zwar kein Frühstück, das gibt es aber im Haus in einem Café zur Selbstverpflegung. Tre bien!
(Man muss der Gerechtigkeit halber sagen, dass das Hotel etwas abgewohnt ist, als eine Renovierung nicht schaden könnte.)
Wir richteten uns häuslich ein, da wir ja eine gefühlte Ewigkeit hier verbringen werden. 3 Nächte. Die Wanderung wäre damit offiziell beendet, denn das Ziel Chamonix haben wir ja erreicht. Aber die „Outdoor“ Möglichkeiten sind ja grenzenlos hier. Das erfuhren wir dann gegen 14.00 Uhr im Touristen Office. Aber auch, dass wir, wenn wir morgen mit der Seilbahn nach oben fahren wollen, uns heute eine Reservierung holen müssen. Wow! Und das ohne asiatische Touristen. Die Frau sprach von Schlangestehen – 3 Stunden. Also war unser nächster Weg zur Seilbahn Station, ein Ticket für morgen buchen. Wir haben es gekauft, eine Zeitreservierung… und ein Ticket, mit dem wir auch noch mit dem Zug fahren können. Morgen soll es noch einmal schön werden, zumindest Vormittag dann aber regnen. Drücken wir die Daumen, dass wir auf der höchsten Seilbahn Frankreichs 38xx Meter über N. N. Das Mt. Blanc Massiv genießen können.
Danach schritten wir die Entfernung von der Seilbahn zum Zug ab, damit wir morgen gewappnet waren. Auf dem Rückweg zum Hotel kamen wir an einem Intersport – Laden vorbei, der E-Bikes anboten zu einem Spot-Preis und fragen, ob sie die Räder auch nach Hause schicken. Noch wissen wir das nicht. Jetzt bleibt als Höhepunkt nur noch das Abendbrot. Das Massiv des weißen Berges habe ich schon so fotografiert, dass ich die Milchstraße dahinter montieren kann. In einem Fotoladen war ich völlig fasziniert von den traumhaften Bildern der Berge, untermalt mit der Musik „It’s time to say good bye“ – ich war den Tränen nah und bekam eine Gänsehaut. Ende Gelände