1-Tag-Kandersteg-Doldendornhuette

Der 4. Teilabschnitt unser Via/Alpina Alpenueberquerung 8. 7. 2020 - Erster Tag Kanderstag-Doldendornhütte

Den Einstieg wählten wir in Kandersteg. Kandersteg ist ein Verladeort für PKW, die durch den Berg ins Wallis fahren. So spart man sich den Weg um die Bergkette.
Wir haben im Oktober hier eine Nacht übernachtet, als wir das Jungfrauengebiet umrundeten. Hierher kamen wir von der Griesalm und zwar auf dem Panoramaweg bei Regen und Schnee in den Bergen, der eine Passüberquerung unmöglich machte. Dadurch verpassten wir aber einen Juwel auf der Route, den Oeschinensee. Das galt es nachzuholen und so war der Einstieg logisch, zumal Kandersteg auch so ziemlich der via Alpina westlichste Ort bisher war.
Anreise mit dem Auto. Besondere Zeiten, besondere Maßnahmen. Corona bestimmt unser Leben nun schon einige Monate, obwohl wir hier in der Schweiz eigentlich wenig davon merken. Positiv fällt auf, dass die Hütten weniger belegt sind, also wir nicht so viel Mitschläfer haben.
Heute sind es zwei junge Mädchen aus der Schweiz. Die Schweizer leiden auch wirtschaftlich unter Corona. 1, 7 Millionen Chinesen werden in diesem Jahr die Schweiz nicht besuchen, sie werden nicht 300 Euro pro Tag ausgeben. Es werden Milliarden fehlen in der Touristikbranche. Wir stopfen das Loch ein wenig, aber eigentlich nicht wirklich. Obwohl die Strecke durch die Schweiz die wohl teuerste ist *pro Tag / Ausgaben.
Wir buchten also ein preiswertes Hotel in Kandersteg, wo wir auch unser Auto stehen lassen könnte. Billig ist in der Schweiz nichts, denn auch für den Parkplatz müssten wir zahlen.
Die letzte Nacht vor dem Start verbrachten wir im Hotel „Des Alpes“ am Müggesee. Der Müggesee hatte auch sein Blesshuhn, sogar eine ganze Familie mit Nachwuchs. Pünktlich um Neun Uhr nach einem reichlichen Fr[hast[ck begaben wir uns auf den Weg zum Oeschinensee, der perle von Kandersteg. Am ersten Tag hieß es warm werden. Einlaufen, da kam die Seilbahn nicht in Frage. Es waren etwa 1, 5 Stunden bis zum See. Schöner Weg durch den Wald bei sonnigen Wetter. Wir brauchten zwar etwas länger aber der Kreislauf kam in Schwung. Am See lief ich noch bis zum anderen Ende, dort wo die Wasserfälle sind. Toma wartete über eine Stunde auf mich. Ich kam mit einigen schönen Aufnahmen zurück.
Zur Doldendornhütte unserem heutigen Tagesziel mussten wir noch einmal mehr als die Hälfte absteigen und dann noch einmal fast 600 Höhenmeter machen. Aber es war ein schöner Weg, der sich erst an eine senkrechte Wand heranschlich und dann in der Wand die Passagen ausnutze, die man gehen konnte ohne zu klettern. Ein paar Passagen waren gesichert. Es ging mehrmals über Wasserfälle. Auf 1935 Metern empfing uns die erste Hütte unserer Wanderung. Die Tochter der Hüttenleute empfing uns mit einem Schwall Schweizerdeutsch, den ich nach einer Weile unterbrach, worauf sie problemlos in verständliches Deutsch wechselte. Wir bekamen ein Zimmer mit zwei Schweizer Mädchen zugewiesen. Wie bereits gesagt, die Hütten sind nicht voll belegt und die Schlafgelegenheiten recht großzügig zugeschnitten (immer mit Freiraum) Auch die Tische werden familienweise besetzt. Die Hütte liegt wie ein Adlernest am Felsen und man / wir haben einen wunderbaren Blick auf den Oeschinensee, der wie ein Smaragd, grün funkeln unter uns liegt. Die Umgebung der Hütte ist voller Blumen. Ich werde mich gleich noch einmal aufmachen und zum Sonnenuntergang ein paar Blümchen mit Bergen oder in den Bergen fotografieren.
Und schon gab es etwas zu fotografieren. Der Nebentisch sprang auf und schaute in den Himmel, wo ein Bartgeier seine Kreise zog. Majestätisch und eben als riesiger Vogel.
Ich dachte erst ein Paragleiter segelt erneut über unsere Hütte, es war ein Greif, ein großer Greif. Naturmäßig hatten wir heute eine Begegnung mit einer Kröte mit vielen Schmetterlingen, die am Ufer des Sees Mineralien tankten. Ein Tannhäher flog vorbei und viele, viele Blumen säumen unseren Weg und auf ihnen tummelten sich alle möglichen Insekten und Schmetterlinge. Die Schweizer Armee trainiert trotz Corona, naja in einem Abfangjäger sitzt man wohl auch allein.