18. Juli 2020 - 11. Wandertag Samoen – Flaine
Unsere Destination ist Chamonix. Ich hatte den Weg eigentlich nicht mehr richtig vorbereitet, da ich nicht sicher war, wie die Hütten in Frankreich benutzbar sind unter Covid-19-Bedingungen. Wir prüfen am Abend, ob eine der Hütten, die auf dem Weg nach Chamonix lag, noch freie Plätze hatte. Das war nicht der Fall. Also hieß es eine Alternativroute zu finden. Und wie der Zufall so will Deborah und Tim hatten für heute eine Wanderung mit ihrer Nachbarin Christin geplant, Richtung Sixt an einen Gebirgssee zum Mittagessen. Die Hütte lag etwas abseits vom Weg nach Chamonix, war aber eine Möglichkeit in etwa die Richtung zu gehen. Da wir auf dem direkten Weg keine Chance hatten, die Hütten waren nicht verfügbar für uns (voll belegt), entschieden wir uns mitzugeben und dann zu entscheiden, ob wir in dieser Hütte übernachten oder weiter gehen. Wir quetschten uns alle in den Ford – Fokus und los ging die Fahrt. Wir sparten etwa 500 Höhenmeter und auch ein paar Kilometer durch die Mitnahme. Dann eine gemütliche Wanderung bergauf, zur Hütte, wobei wir so gut wie nicht ins Schwitzen kamen, da wir langsam gingen. In der Hütte einen Trunk zu uns nehmen und an den Wegweiser, die an der Hütte standen, fiel dann die Entscheidung. Es waren keine 4 Stunden mehr bis nach Flaine, einem bekannten Skiresort mit DEM Charme der 1970-80 Jahre und riesen Hotelanlagen. Egal. Booking. Com zeigte verfügbare Zimmer. Der Weg führte wieder über einen Col dorthin. Es waren noch etwa 800 Höhenmeter, die wir bei brütender Hitze, im Gegensatz zu gestern schien die Sonne und die Wolken verdeckten nur die Spitzen und Gipfel der Berge, der Schweiß lief aber um so doller. Wir waren auch fast ganz allein auf diesem Weg zum Pass. Bis zur Hütte war Massentourismus, danach, Individualwandern. Am Pass auf 2300 Meter Höhe angekommen, sahen wir schon, worauf wir uns eingelassen hatten. Eine Betonburg im Tal und ein Skigebiet, dass es bergab ging. Autobahnbreite Wege, Skiliftanlagen, wir liefen im Übrigen den ganzen Berg von der Hütte, besser einen großen Teil, unter dem Schlepplift nach oben. Ätzend und sehr steil. Ab dem Pass trafen wir dann auf viele Franzosen, die mit ihren Kindern hier oben wandern waren. Das Wetter war angenehm, der Weg breit und übersichtlich, also latschen, latschen, bis man im Skiresort war. Im ersten Hotel fragten wir nach unserem vorab ausgewählten Hotel La Piaz oder so ähnlich und es war nicht weit entfernt. Ein Zimmer war frei, das Abendessen ruck zuck dazugebucht (Menü für 28 Euro pro Person und 3 Gänge- haha Schnäppchen!). Seltsam war nur, dass wir das Hotel nicht bezahlen konnten. Wir mussten es im Internet buchen. Eigentlich kein Problem, wenn da nicht die französische Tastatur gewesen wäre. Ein Spaß. Ich gewöhnt mit 10 Finger zu schreiben kam völlig durcheinander. Nach einem fabelhaften Abendbrot, fabelhaft ist booking.com entlehnt, gingen wir noch in die Privatsauna- Covid 19!, die keine drei Schritte von unserem Zimmer entfernt war. Wie durch Zufall wachte ich in der Nacht auf und fotografiert auch noch die Sterne, also die Milchstraße mit dem bergigen Hintergrund. Wie es morgen weiter geht war nicht klar.