Oberwald - Grimselpass - Guttannen

Wandertag Nummer 11 Oberwald- Guttannen

Die Ungewissheit sollte heute ihr Ende haben.
Keine Hotels, keine Restaurants, die auf und am Gimselpass offen hätten.
Kein öffentlicher Transport. Der Wirt und seine Frau haben keine Zeit uns ein Stück des Weges nach Oben mit dem Auto zu fahren. Also alles denkbar ungünstig.
Um sicher zu gehen, hatte ich gestern Abend in Guttannen angerufen und ein Zimmer gebucht. (Im zweiten Anlauf, denn das einzige Hotel im Ort war ausgebucht. Es verwies uns an Käthis B&B, wo noch ein Zimmer frei war. Aber da mussten wir erst einmal hinkommen. Von Oberwald dorthin zu Fuß, das war zumindest für uns illusorisch.
Zum Frühstück empfahl uns die Bedienung es an der Kirche per Anhalter zu versuchen. Halb Neun waren wir vor Ort und hielten den Daumen hoch. Die meisten Autos wollten nur bis nach Oberwald ihre Kinder in die Schule fahren. Sehr viele hielten an, ließen dann aber immer verlauten, dass sie ganz dringende Dinge zu erledigen hätten, was wir ihnen auch glaubten. Einige, die in der Nähe hielten sprachen wir gezielt an, ob sie uns gegen ein Entgelt zum Pass fahren würden. Doch die vielbeschäftigten Schweizer hatten keine Zeit. Und Zeit schien bares Geld zu sein.
Nach etwa 20 Minuten sprach ich eine junge Frau an, die in ihren alten Polo stieg. Sie stimmte zu!!! 20 Minuten später waren wir auf dem Pass, kannten die Lebensgeschichte der jungen Schweizerin und fühlten uns überglücklich, das schwierigste Stück des heutigen Tages gemeistert zu haben.
Wir waren auf dem Gimselpass. Die Sonne schien, der Wind blies kräftig (Es war Föhnwind, wie sich am Tage noch herausstellen sollte). Tolle Aussicht und nur 4 Stunden Wanderzeit waren am Wegweiser angegeben. Es sollten wie immer 7 Stunden werden, die wir unterwegs sein würden. Der Weg führte immer von der Straße weg, kürzte ab und traf dann immer wieder auf die Passstraße. Jetzt sahen wir auch wesentlich mehr Autos, Motorräder…
Die Sonne tat gut. Der ewige Regen an den letzten Tagen hatte schon auf das Gemüt gedrückt, wenn wir auch uns dies nicht weiter zu Herzen genommen hatten. Auch hatten wir ständig Sicht und liefen kaum im Wald. Besonders schön war der Weg um den Räterichs-Bodensee, ein Stausee etwas unterhalb des Passes. Hier sahen wir auch Kletterer im Granit eine hohe Wand besteigen.
Nach dem See bogen wir falsch nach rechts ab, kamen aber bei Chuenzetennlen wieder auf dem Wanderweg zurück. Bis Handegg und kurz danach machte der Wanderweg abseits der Straße Sinn und es ging auch durch schöne Natur. Danach fragten wir uns aber warum wir von der Straße 50 Meter nach oben stiegen, dann 50 Meter wieder nach unten und erneut auf der Straße landeten ohne groß vorwärts gekommen zu sein. Nach 6 Stunden auf den Beinen wurden wir langsam müde, verlieren uns auch noch zweimal, da die Ausschilderung nicht optimal war. Egal, kurz vor 16.00 Uhr sahen wir dann das Dorf von weitem und gingen entspannt die letzten Meter.
Das B&B war eine komplette Wohnung. Abendbrot gab es Bären, Gämsenfleisch (für mich, Toma aß Ravioli, und ich begriff, warum manche Leute kein Hammel mögen)

Wir haben Föhn, also ein starker Wind aus dem Süden fegt durch das Tal (das in Nord-Süd-Richtung liegt).

Morgen machen wir wahrscheinlich den Sack zu, die Runde zu Ende, da (eine schwarze Katze lief über den Weg) kein Postbus von Meiringen nach Grindelwald fährt (Saisonende!). Da auch die einzige Gast-/Hotelstätte auf unserem Weg wegen eines Seminares ausgebucht ist, müssen wir improvisieren. Die Reichenbachfälle wollen wir uns aber unbedingt anschauen.