Wir verzichteten auf die Seilbahn und stapften den Berg von Blattern hinauf zur Belalp. Die Entscheidung war definitiv richtig. Schöne Motive unterwegs, Wald, Blick auf die großen Berge, ein romantisches Dorf auf der Hälfte des Weges, wieder so ein Kleinod, das die Schweiz richtig sympathisch macht. Heute bestimmte „rot“ die Natur. Rote Blätter an den Bäumen und kleinen rote Blätter der Heidelbeersträucher ließen die Fotografien bunt und grell aussehen. Wir kamen zügig voran. Als das Hotel Belalp schon in Sichtweite war, begann es zu regnen, leicht zu regnen. Doch die Sonne kam auch ab und zu durch. An einem Hang voller Blaubeeren, der total rot und ein wenig gelb eingefärbt war, sahen wir einen Hirsch und seine Hirschkuh. Den Hirsch schaffte ich nicht zu filmen, die Hirschkuh schon inmitten der knallrot gefärbten Beerenblätter. Da ich kein Tele hatte, muss man schauen, ob man es im Nachhinein etwas vergrößern kann. Nach dieser Begegnung hatten wir schon fast die Zielhöhe der Belalp erreicht. Leider hatten sie auch nach nochmaligen Nachfragen kein Zimmer mehr für uns. Aber der Wirt rief in einem nahegelegenen Hotel an und da war noch ein Zimmer frei. Toma war vor mir angekommen und hatte schon Essen bestellt. Unser Eindruck vom Hotel, das nun schon den dritten oder vierten Wirts-/Pächterwechsel hinter sich hatte, seit unserem Besuch im Jahre 2004, war etwas enttäuschend, da die familiäre Stimmung, die Gemütlichkeit, die Ruhe, die das Hotel damals ausgestrahlt hatte, einem modernen, business-orientierten Ambiente gewichen war. Aber man wollte uns ja eh kein Zimmer geben und so hielt sich die Enttäuschung in Grenzen. Wie gewohnt, war auch dieses Haus, also unser Hotel, in dem wir eine Nacht schlafen konnten, nur 10 Minuten entfernt, die wir in mehr als einer Viertelstunde liefen. Wir bekamen das Zimmer mit Südblick also auf die großen Berge der Schweizer Alpen.
Hier heimelte es wieder. Total nette Wirtsleute aus der französischen (West) – Schweiz. Wir waren heute die einzigen Gäste. Und es gab sehr lecker Abendbrot (aber erst 18.30 Uhr). Da wir heute aber so gut wie gar nicht gewandert waren, nur 2,5 Stunden, hatten wir einen freien Nachmittag vor uns. Als erstes habe ich meine verschwitzten Sachen gewaschen. Dann ging ich vor unserem Haus auf Fotopirsch. In einem Umkreis von weniger als 100 Metern gab es viele schöne Motive. Als der Akku leer war, nach zirka einer Stunde, war das Hotel in einer Minute erreicht. Ich wechselte den Akku und bemerkte dabei, dass einer der drei kaputt war. Verbleiben zwei bis zum Ende der Reise.