Belalp - Riederalp

19. Oktober Belalp – Riederalp
7. Wandertag

Es war ein vollwertiger Ersatz, das letzte Chalet, für das neue Hotel Belalp. Das Essen war hervorragend, das Beste so far.
Wir schliefen uns aus und aßen ganz familiär Frühstück.
Kurz nach Neun Uhr machten wir uns auf den Weg in Richtung Riederalp. 5.30 Uhr war die vorgeschriebene Zeit. Es regnete. Wir liefen also gleich mit Regenumhang und Regenedelausrüstung (Toma) los. Obwohl wir sehr zügig unterwegs waren, brauchten wir schon 15 Minuten bis zum Hotel (Belalp) vorbei an der Färricha und dann ging es über das Steigle (einen Weg zum Hochtreiben der Schafe zur Färriche) hinab zum Aletschgletscher. Auf der Alp Aletschi besuchten wir das Kirchlein und läuteten deren Glocke, was sich leiser anhörte, als würde eine Kuh vorbeilaufen. Noch eine Stunde Abstieg bei Regen immer mit Blick auf den Gletscherfluss. Wir gingen nicht zum Gletschertor, der Gletscher hat sich ja eh sehr zurückgezogen. Kurz nach der Abzweigung zum Gletschertor blieb Toma plötzlich stehen und winkte mich heran. Vor ihr stand ein großer weißer Hase, fast wie ein Plüschtier und sie schauten sich gegenseitig an. Als ich auf Sichtweite heran war, raste der Hase davon, sodass ich ihn nur noch auf der Flucht sah. Ich ärgerte mich, dass kein Foto gelang, denn in dem letzten Chalet hatte ich ein wunderbares Bild von einem Schneehasen gesehen und konnte es fast nicht glauben, dass es sich nicht um ein Plüschtier auf dem Bild handelte. Auf dem Rastplatz direkt vor der Brücke machten wir kurz halt und hier holte uns ein Mann ein. Wir kamen ins Gespräch. Er war hier ganz in der Nähe aufgewachsen und kannte sich sehr gut aus. Wir sprachen über den Rückgang der Gletscher und erzeigte uns, wieweit der Gletscher vor 35 Jahren reichte. Er hatte schon alle 4 – Tausender der Alpen bestiegen und es wurde langsam unheimlich, sodass ich ihn nach seinem Namen fragte. Es war Raphael Wellig, der Wettkönig aus dem Jahre 2000 (einfach mal nachschauen im Internet – er hat auch eine eigene Seite), ein bekannter Schweizer Alpinist. 3 Mal die Eiger-Nordwand durchstiegen!!! Da er hier aufgewachsen war (für uns einen Tagesmarsch entfernt), kannte er sich sehr gut aus und konnte interessant erzählen. Wir machten gegenseitig Fotos, denn die neue Brücke, die über den Aletsch-Gletscher-Fluss führte (124 Meter lang) hatte auch er noch nicht überquert. Sehr netter Zeitgenosse. Also gingen wir gemeinsam über die Stahlkonstruktion, machten in der Mitte noch einige Bilder und verabschiedeten uns.