Tag 6

Tag 6

Es fährt ein Bus am Tag nach Col de Vergio, dem Ort, unserem Hotel, wo wir wieder mit Ramona, Claudia und Thorsten zusammentreffen werden.
Wir sind schon da und warten. Der Bus fuhr 8.00 Uhr vom Bahnhof ab, sollte er, doch der Fahrer fuhr 5 Minuten eher los. Mit uns! Doch nach 5 Minuten erhielt der Fahrer einen Anruf und wir kehrten wieder um, zurück nach Corte. Wir dachten erst an einen Passagier, der noch gekommen war, aber es war eine Fahrradkurierin, die dem Fahrer ein Päckchen übergab. Da es zurück bergab ging und der Fahrer schon etwas genervt fuhr, wurde es Toma übel. Ich holte eine Kotztüte für alle Fälle. Die Fahrt durch die korsische Landschaft, die Schlucht hinauf zu unserer Hütte war überwältigend schön, wovon Toma leider nichts mitbekam. Der Brechreiz erreichte sein Maximum, als der Fahrer für ein Schwein bremste, das auf die Straße stürmte. Es liefen viele Schweine frei herum, wie wir dies von Schafen, Ziegen oder Kühen kennen. Auch Yaks, Pferde und Rentiere haben wir schon so freilaufend gesehen, aber Schweine, höchstens Wildschweine über die Autobahn in der Nacht. Ich frage mich, wie diese zum Schlachten eingefangen werden oder ob sie freiwillig kommen, wenn sie fett genug sind. Das Hotel sieht gut aus und ich hege die Hoffnung, dass wir heute in vier Wänden schlafen, vielleicht ein letztes Mal auf der Wanderung.
Wir müssen uns nach dem Luxus im Zwei-Sternehotel ja erst wieder an die Wildnis gewöhnen.
Heute gibt es ein paar Wolken und ein paar Tropfen Regen sind auch schon gefallen. Die Temperaturen sind auch angenehm, es bläst eine frische Briese. Jetzt habe ich mir genug aus den Fingern gesaugt, die Zeit des Wartens etwas überbrückt, aber der Tag ist noch lang. Basta.

Irgendwann waren sie dann auch da. Etwa 4 Stunden später als angekündigt.
Etwas erschöpft und entnervt, da sie sich verlaufen hatten. Dafür gab es Halbpension und warme Dusche.