3. Tag

Scharnitz_Hallenangerhaus_16_07_2017

16.07.2017 - 3. Wandertag - Geradeaus und hoch - oder sind wir schon kurz vor dem Aussterben?

800 Meter Aufstieg 19 km Entfernung und viel Sonne
Tomas Schuhe waren am Morgen trocken! Damit stand schon ein Höhepunkt fest, obwohl wir uns noch im Tal befanden. 8.30 Uhr ging es auf die Rennstrecke. 14-15 km im Tal entlang. Zu Beginn auf einer Asphaltstraße, wo wir noch problemlos die Autos, Fahrräder und sonstige Transportmittel tolerierten. Als der Asphalt zu Schotter wechselte, ging es fröhlich weiter mit dem Klingeln, Bremsen so dass die Steine zur Seite folgen und wir von Geräusch automatisch an die Seite sprangen. Vor allem Fahrradfahrer nutzen das sonnige Wetter am Sonntag und waren mit Kind und Kegel auf der Piste, aber auch viele Pärchen, Fahrradgruppen, meistens im fortgeschrittenen Alter, rasten an uns vorbei. Ehrlich gesagt nach 2-3 Stunden Geklingel, und ständigem Aufpassen, dass man nicht umgefahren wird, fragte ich mich, ob wir noch in diese Welt passen? Wanderer sahen wir nicht. Mountainbiker, Tandemfahrer, sogar die Hunde wurden gefahren. Mich beschlich eine Ahnung, dass wir abseits der Alpen eine wichtige Entwicklung verpasst hatten, dass man jetzt zwingend zwei Räder unterschnallen muss.
Und wenn man bedenkt, dass man in den Wäldern und Bergen sich entschleunigen soll, Erholung finden sollte, dann ist da etwas richtig schief gegangen.
Wir wanderten an dem Quellfluss der Isar entlang, und hier bereuten wir überhaupt nicht, dass wir die Alpen anstelle von Kanada gewählt hatten. Motive wie im Banff ? Nationalpark gab es auch hier. Man musste nur entschleunigen und sich in der Natur umschauen. Der Fluss und die Berge im Hintergrund und im Vordergrund, also zu jede Talseite hin, ob stromauf oder stromabwärts boten fantastische Motive. Ich hoffe die Umsetzung hat geklappt. Das kleine Display auf der Kamera täuscht ja manchmal super Bilder vor und am Bildschirm sind sie nicht richtig scharf oder nur ein Bildausschnitt.
Das Wetter war einfach nur schön. Die Sonne wollte alles wieder gut machen, was sie an den ersten beiden Tagen vermasselt hatten. An den Rastplätzen umschwirrten uns die Schmetterlinge und untersuchten unsere Brotzeit, wie das im Grüß Gott Land heißt. Die Radfahrer, mit denen man manchmal sprechen konnte, waren zum Beispiel aus München zu einem Tagesausflug hier.
Das Karwendel-Gebirge bietet herrliche Täler an deren Ende meistens wunderschöne Almhütten zum Einkehren locken. Es war zu verlockend. Manchmal kam ich mir vor wie auf der A43 im Stau. Auch hier gab es die völlig rücksichtslosen, die an einem vorbeigeschossen kamen.
Nach etwa 10 km erreichten wir die Isarquellen, nach 5 Stunden die Kastenalp (eigentlich hätten wir in 3 Stunden hier sein sollen.). Ein herrliches Plätzchen auf Erden! Der Wirt machte heute das Geschäft seines Lebens, dank der neuen Spezies, der Radler, die dann auch fleißig Radler konsumierten, also einen kannibalischen Einschlag hatten, was uns nicht mehr verwunderte, wir kannten sie ja schon 5 Stunden.
Nach einer genüsslichen Pause standen wir auf und merkten unsere Muskeln schmerzhaft. Muskelkater ohne Ende! Und jetzt begann der Aufstieg. Bisher war der Anstieg recht moderat, sodass wir von den 800 Höhenmetern bestimmt noch 700 zu bewältigen hatten. Und es ging gleich nach der Hütte heftig bergauf. Die Stöcke halfen gewaltig, die Strapazen zu lindern. Jetzt sahen wir die Landschaft nicht nur von unten, sondern schauten auch mal nach unten ins Tal.
Der größte Bluff war die Hütte, die etwa eine halbe Stunde vor dem Ziel am Wegesrande lag. Ich fragte schon nach etwas Trinkbaren und die Antwort war: ?Das ist hier privat.? Dann noch ein mittelmäßiger Anstieg und die Hütte war da. Ringsum hohe Berge, ideal zum Klettern. Hier versammeln sich auch Gruppen, die Klettern erlernen oder praktizieren.
Wir hatten ein Doppelzimmer, der pure Luxus auf der Hütte. Warme Dusche, sortieren, Flüssigkeit zu uns nehmen und einfach chillen! Es ist gleich Sonnenuntergang, obwohl ich noch das Feeling habe, dass es erst gegen 18.00 Uhr ist, so schön scheint die Sonne in unseren gemütlichen Hüttenraum. Viele Gäste sitzen noch draußen auf der Terrasse und sonnen sich.
Ein Spitzentag. Genusswandern, bis uns alles wehtat.
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