1. Tag

Von Garmisch_Partnach_Schlucht_Kaelberweg_Meilerhuette_14_07_2017

14. 07.2017 - 1. Wandertag - Bergauf

Und es wurde gleich ernst. Und damit gleich alles klar ist, nehme ich das Ende vorweg. Wir kamen klitschnass, völlig erschöpft auf der Hütte an Aber wir kamen an, auf 2374 m. Ein Höhenunterschied von mehr als 1600 Meter liegt unter uns. Und den können wir auch zurück blicken ins Tal, wo die Wolken Karussell fahren. Jetzt verhöhnt uns die Sonne, aber der Reihe nach.
Die Nacht verging mit Kopfschmerzen, aber nach dem Ibuprofen ging es mir besser und ich schlief mich aus und wachte 6.30 Uhr auf. Rucksack packen, frühstücken, los ging es die Asphaltstraße zur Partnachschlucht. Es regnete. Die Wetter-App hatte zwar erst ab 10.00 Uhr Regen angekündigt, aber auch jetzt war die Regenwahrscheinlichkeit 50%. Wenn man so unter dem Regen wandert, denkt man über die 50% nach, denn Regen ist irgendwie blöd. Und dann könnte es ja sein, dass nur Toma unter dem Regen geht von uns zweien, denn das wären dann 50 %, oder aber das der Regen alle 5 Minuten beginnt und wieder aufhört. Wie liefen unterm Regenschirm. Da ist es mit dem Fotoapparat etwas schwierig, wenn man ihn um das Handgelenk haben will und immer einsatzbereit. Die Schlucht ist echt besonders. Der Weg durch die Schlucht ist in den Felsen gesprengt und damit man etwas sieht, sind Fenster zum Schauen in die Schlucht herausgesprengt wurden. Da es regnete, lief das Wasser nicht nur unten im Flussbett entlang, sondern auch von den Wänden herab. Die Schlucht ist ein wunderschöner Beginn, der leider verregnet war. Phase One muss es richten, wenn die Bilder zu grau in grau sind. Jetzt wird die Hütte voll. Wir trinken gemeinsam eine heiße Schokolade mit Schlagoberes. Ich das Weiße, Toma das Braune. Wir kamen recht langsam voran, da wir uns immer wieder umzogen, je nach Regen, Sonne, bergauf oder bergab. Letzteres gab es eigentlich nicht. Vielleicht mal ein paar Meter, aber eigentlich ging es nur bergauf. Wir wählten den Kälbersteig. Der ist extrem steil. Es geht los mit Treppen, eine Einheimische sagte es sollten um die Tausend sein, die sich aber wie Zweitausend anfühlen. Zum Glück hatte ich nicht geschaut, wieviel wir Höhenmeter zu überwinden hatten. Es war schon so schwierig und anstrengend. Erst kurz vor 12.00 Uhr machten wir die erste Pause, da waren wir immer noch auf dem Kälbersteig, mitten in einem schönen Wald. Wir waren schon hoch und hatten die unteren Regenwolken durchschritten, aber darüber gab es noch einmal Wolken, doch auch ab und zu mal rissen sie auf und man hatte einen schönen Blick auf die Hänge gegenüber, manchmal ins Tal, prächtige Kontraste, schöne Motive. Heute war fototechnisch eigentlich ein ergiebiger Tag. Von der Partnachschlucht bis zum Schachen, einem Schloss und einer Hütte, schon ganz schön weit oben, waren es 3 ½ Stunden Gehzeit. Wir haben 5 gebraucht. Kurz davor, auf der Almwiese, fing es an zu regnen. Ein solches Wetter ist genau das Richtige für einen Spaziergang der Alpenmolche. Es sieht putzig aus, wie sie sich vorwärts bewegen. Der Gang erinnert ein wenig Chamäleons, doch er ist völlig schwarz und ändert auch seine Farbe nicht. Als wir den Schachen sahen, besserte sich die Laune, leider das Wetter nicht. Im Schachen aßen wir zu Mittag. Vegan gab es nur Kuchen. Das. Stück passte gerade so auf den Teller und reichte für zwei.
Von hier waren es noch 1,5 Stunden bis zur Meilerhütte. Diese war noch nicht zu sehen, bzw. versteckte sich in den Wolken. Aber als wir aufbrachen und immer noch bergauf stapften, hatten wir eine traumhafte Sicht, zumindest so weit, wie es die Wolken zuließen. Das Vergnügen war leider von kurzer Dauer. Die Wolken zogen auf und verhüllten alles, und dann konnten sie das Wasser nicht halten. Also verstaute ich alles in den Rucksack und stapfte durch den Regen bergauf. Toma ging vornweg. Der Regen wurde stärker, so stark, dass alles nass war. Die Hosen durchgeweicht, die Jacke klebte am Körper, es war kalt, da je höher wir kamen, auch der Wind zunahm. Nach einer Weile kamen uns auf dem Weg kleine Bäche entgegen, denn auch das Wasser sucht sich den einfachsten Weg ins Tal. Da waren auch die Bergschuhe nass, zumal auch das Wasser von den Hosen, die ja klitschnass waren, in die Schuhe ablief. Und es ging nur bergauf. Die Stöcke waren wirklich eine große Hilfe, besonders wenn es steil bergauf ging, weniger auf flachen Strecken. Nach einer gefühlten Ewigkeit, als die Wolken ein wenig aufzogen, sahen wir dann die Meilerhütte. Eine bombastische Lage, auf einem engen Grad in der Mitte von zwei Gipfeln, die ein wenig an James Bond Filme erinnert, so exponiert ist sie. Kurz vor dem Erreichen der Hütte hörte der Regen auf. Ich machte noch ein paar Bilder von der Umgebung, packte den Fotoapparat wieder in den Rucksack, als mit der Seilbahn, dem Lastenaufzug, zwei Personen über mir hinwegbrausten. Schnell wieder den Foto raus und filmen. Dann waren es noch 5 Minuten, doch in diesen 5 Minuten erfroren mir fast die Hände. Die waren jetzt kalt vom Fotografieren und nass sowieso und der kalte Wind tat das Übrige. In der Hütte angekommen erledigten wir uns als erstes unserer klammen, nassen, kalten Sachen und packten den Rucksack aus, der auch nass war. Sogar einige Sachen in Plastiktüten waren nass.
Toma war und ist völlig geschafft. Es gab ein fettes Abendbrot, Hauswurst mit Kren und Bratkartoffeln, für die Veganerin Spiegelei mit Bratkartoffeln. Und nun höre ich auch mit dem Schreiben auf und wir gehen zeitig schlafen.
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