Auf dem GR -11 durch die Pyrenäen

Vielha - Encamp vom 5. bis 16. September 2025 -

Pyrenäen - Wanderung vom 5. bis 16. September 2025

Für die Ungeduldigen hier meine Lieblingsbilder

Lieblingsbilder

05-16.09.25

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Anreise

Wir schreiben den 7. September 2025. Ich sitze vor der Hütte Mallafre an wohl einem der schönsten Orte der Pyrenäen.
Vor keiner Stunde haben wir den dritten Wandertag beendet, uns geduscht, sortiert und zum ersten Mal greife ich zur Feder. Erst jetzt hat sich ein wenig frei Zeit gefunden, um das Erlebte niederzuschreiben.
Allein haben wir es bisher nicht gewagt in den Pyrenäen zu wandern. Es ist zum einen die lange Anfahrt und die doch anderen Bedingungen anders als in den Alpen. Immerhin zwei Tage Autofahrt, durch NRW, Luxemburg und quer durch ganz Frankreich, eh man die spanische Grenze erreicht. Wir starteten am späten Nachmittag des zweiten September und machten Halt ganz in der Nähe von Trier. Das Hotel, ich nenne Mal keinen Namen, von Booking.com angepriesen als perfekt for one night, war wirklich nicht mehr als für eine Nacht geeignet.
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In Luxemburg noch einmal auftanken dann fuhren wir den ganzen Tag durch Frankreich, insgesamt 1000 kilometer. In einer schönen alten Stadt. Montauban, hielten wir an, bekamen das letzte Zimmer im Hotel Commerce, direkt in der Innenstadt und genossen die französische Gelassenheit in einem Restaurant auf dem Marktplatz der Stadt bei angenehmen 25 Grad Celsius.
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Am 4. September erreichten wir kurz nach 12 Uhr Vielha. Das Hotel befand sich mitten im Zentrum des Urlaubsortes. Das Hotel hatte keine Parkplätze mehr für uns und so musste ich einen freien öffentlichen Parkplatz in der Stadt finden. Nicht so einfach, da die großen öffentlichen Parkplätze an diesem Wochenende alle gesperrt waren, da
irgendeine Rallay durch den Ort kam. Ich fand einen weiter weg. Etwa eine Stunde später erreichten Jane und Glenn mit dem Bus Vielha.
Herzliche Umarmung und dann erfuhren wir die Hiobsbotschaft. Glenns Koffer wurde in Barcelona aus dem Bus entwendet. Darin befanden sich so gut wie alle seine Wandersachen. Am Nachmittag mussten diese alle neu gekauft werden. Doch erst einmal hieß es, den Diebstahl zu melden. Die erste Polizeiwachen hatte geschlossen, die Hauptwache, etwas weiter weg, nahm dann die Anzeige auf. Sie hatten einen Devise von Apple im Koffer platziert, das anzeigte, wo sich der Koffer befand. Er war noch in Barcelona und der genaue Ort war auch auf der Apple-App zu sehen. Die Polizei war aber nicht geneigt, den Koffer dort aufzuspüren, da dies einen Hausdurchsuchung Befehl erforderte. Sie nahm die Anzeige auf, stellte alle erforderlichen Papiere für die Versicherung aus, mit der Glenn auch sprach. Der Verlust war bis zu 1000$ versichert. Der Rest des Nachmittags und Abends (zum Glück haben die Geschäfte in Spanien bis 20 Uhr auf) war der Beschaffung neuer Sachen für Glenn gewidmet. Wir kauften sehr erfolgreich ein.

1. Wandertag - Conangles hut – Restanca hut.

Am Morgen des ersten Wandertages parkte ich noch mein Auto um, direkt vor ein Hotel, denn nach der Story mit dem gestohlenem Koffer, hatte ich ein wenig Zweifel, dass hier nichts passiert.

Mit einem Taxi wurden wir zum Ausgangspunkt unserer Tour gebracht. Dieser befand sich auf der anderen Seite der Mountain Ridge, wir passierten den Tunnel und los ging es.
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From Glenns Diary - Aus dem Tagebuch von Glenn

Today was the start of 12 days of hiking in the high Pyrenees. In 2017 we hiked about 1/4 of the GR11, the long distance trail on the Spanish side of the Pyrenees. We planned to come back in 2020 but COVID cancelled that trip. Now we’re doing the next section, from roughly the middle of the Pyrenees to Andorra. Today we took a taxi from the town of Vielha to a place called Conagles, where we ended our 2017 trip, and started up the trail. The trail was rocky and steep, and after 3 hours we got to an amazing lake with steep cliffs on the far side. After lunch we hiked up another 600 feet to the pass and began 4 hours of descent to a road where we were picked up by a taxi and taken to a cute hotel in the nearby village. The scenery was awesome, the weather cool and windy. A great start.
Die Landschaft, durch die wir liefen, war sehr schön. Gleich zu Beginn hatte ich den Eindruck, dass wir auf dem GR 20 in Korsika unterwegs waren. Beeindruckende alte knorrige Bäume, oft abgestorben, doch sehr schön anzusehen.
Das Wetter war perfekt, Sonnenschein aber nicht zu warm, zu Beginn am Morgen eher zu kalt. Aber uns wurde schnell warm. Ins Schwitzen kamen wir, als es bergauf ging.
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Unser erstes Ziel ein See, der etwas abseits von der GR 11 Route lag. Aber sehr schön. Der Anstieg zum See war schon mächtig steil, so dass wir ein wenig erschöpft im Schatten einer geschlossenen Hütte unsere Mittagspause am Ufer des tiefblauen Sees machten.
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In der Pause blies der Wind mein schweissdurchnässtes Shirt trocken. Vom See ging es zum höchsten Punkt des heutigen Tages sehr steil bergauf, noch steiler als zum See, denn der Anstieg verlief nicht in Serpentinen, sondern ohne Umschweife zum Pass. Also ich dachte, das Schlimmste für heute hinter mir zu haben, musste ich lernen, dass hier nicht nur die Höhe und Distanz der Route Einfluss auf die Schwere des Tages haben, sondern auch die Beschaffenheit des Weges. Die felsigen Wegabschnittte forderten viel Kraft in den Beinen und da wir hier sehr vorsichtig gehen mussten, um nicht umzuknicken, wegzurutschen, frassen diese Wegabschnitte auch viel Zeit.
Wir hatten mit unserem Taxifahrer, der uns zum Startpunkt gebracht hatte, dass wir gegen 17 Uhr am Parkplatz sein werden, von wo er uns zu unserem heutigen Hotel fahren würde. Nach einem anstrengenden Tag (die Daten hat die Uhr aufgezeichnet), langten wir genau 17 Uhr am Auto an. In den 25 Minuten Autofahrt kamen wir ein wenig zu uns, brachten uns im Hotel in Ordnung und warteten, dass es endlich 20 Uhr wurde, damit wir zu Abendbrot essen konnten. Die Restaurants machten zwar schon eher auf, die Küche für das Dinner war aber erst ab 20.30 Uhr geöffnet. Also wählten wir ein Restaurant aus, wo es schon etwas ab 20 Uhr zu Essen gab. Es war die Dorfkneipe, gut gefüllt mit Lokals, die dort eher hinkamen, um den Tag mit einem Drink ausklingen zu lassen, als etwas zu essen.
Alle Bilder vom ersten Wandertag

1. Wandertag

05.09—05.10.25

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2. Wandertag - Restanca hut - Colomers hut


Glenn's Diary -Aus dem Tagebuch von Glenn

We stayed the first night in a nearby town (Arties). The next morning we took a taxi to the end of the road and walked up a trail to the dam and Refugio Restanca. From there the trail climbed steeply up to another lake, then through a boulder field up to the first pass. We did this hike as a day hike when we were here 3 years ago and it has to be one of the most amazing mountain views in the Pyrenees, and also one of the hardest hikes we’ve done. Then over the pass, down and up over a second pass and more boulders, and down into another lake basin followed by a steep 500 foot climb to the third pass (about 8000’, high for the Pyrenees). Then a long downhill to a lake basin and the Refugio Colomers. The Refuge had about 60 people staying in rooms of bunks with 4 to 8 bunks in a room and was very noisy. Luckily, the 4 of us had our own room. It was a long, hard day but absolutely amazing views.
> We started at 5400’, the high pass was 8400’ and we ended at 7100’. Total distance was about 7 miles. Lots of up and down here!
Der 2. Wandertag begann mit der Fahrt zum selben Parkplatz in den Bergen, von wo es uns gestern abgeholt hatte. Heute lief Jane mit uns, die den gestrigen Tag genutzt hatte, ihre Probleme mit dem Bein, die im Flieger begonnen hatten auszukurieren.
Mit Jane gingen wir sehr langsam bergauf. Nach 300 Metern im schattigen Aufstieg erreichten wir eine Talsperre an deren rechten Seite eine Hütte stand. Bei Tee erholten wir uns von den Anstrengen des ersten Aufstiegs. Jane war schon ein wenig müde.
Der Anstieg setzte sich nach der Hütte fort und wir hatten einen wunderschönen Blick auf den See zurück. Nach einer Weile schlug Jane vor, dass wir vorgehen sollten, das Abendbrot bestellen, da si befürchten, dass Jane es nicht in der vorgegebenen Zeit schaffen würde (Das Dinner musste eine Stunde vor Dinner bestellt werden - Dinner war um 19 Uhr).
Wir zweifelten das an und gingen noch eine weitere Weile zusammen, bis wir dann uns doch trennten, als es über ein größeres Geröllfeld ging. Toma hatte Komoot und wir orientierten uns danach. Normalerweise, wenn wir zusammen gingen, führte Glenn uns. Der führte jetzt Jane.
Oben auf dem Pass eröffneten sich wieder unglaubliche Aussichten, im Tal vor uns wieder wunderschöne Seen.
Unser Weg führte nach links und ein weiterer Pass musste erklommen werden. Weit hinter uns, erkannten wir oben auf dem Pass Jane und Glenn. Die Distanz war schon ordentlich angestiegen.
Wir winkten noch einmal und nahmen den letzten Pass in Angriff, nachdem wir zwischen zwei Seen hindurch gelaufen waren. Das waren locker noch einmal 200 Meter bergauf. Wie gestern, so auch heute, die Höhendifferenzangaben stimmten nicht. Wir mussten immer mehr Höhe machen, als angegeben. Diesmal über 1200 Höhenmeter.
Von Jane und Glenn war schon lange nicht mehr zu sehen. Aber es schien uns, als würden unsere Namen gerufen. Das machte uns schon ein wenig nervös. Als dann auch noch ein Rettungshubschrauber genau in die Richtung flog, wurde es uns schon etwas unheimlich. Wir hatten ab und zu Netz, aber auf Nachfrage kam keine Antwort.
Fast oben auf dem letzten Pass passierten wir einen Wegweiser mit der Info Colomers Refugio 2 Stunden. Vor 45 Minuten hatten wir denselben Wegweiser mit der selben Zeitangabe passiert. Da konnte was nicht stimmen.
Es stimmte alles, wir waren richtig, schauten gemeinsam mit unserem irischen Weggefährten hinunter vom Pass und dachten in 70 Minuten in der Hütte zu sein.
Wir mussten noch einige felsige Strecken passieren, bevor der Weg einigermaßen wurde, aber an einen normalen Abstieg war nicht zu denken. Immer wieder schwierige Passagen. Die Zeit zog sich. Wir bummelten nicht mehr, sondern gingen zügig in Richtung Hütte.
Als wir auf den Fluss trafen, links von uns eine Steinwüsten. Und hier sahen wir dann etliche Murmeltiere. Doch Zeit sie länger zu beobachten hatten wir nicht. Obwohl wir entlang eines Flusses der in einer schönen Wiesenlandschaft dahinglitt, war der Weg immer noch mit Steinen gepflastert. An schnelles Gehen war nicht zu denken.
Das Gekraxel hörte nicht auf. Irgendwann sahen wir dann den Speichersee und links außen am Damm eine Hütte. Hurra. Wir werden es bis 18 Uhr schaffen.
Mich beschlichen einige Zweifel, als wir näher kamen und die Hütte eher abgewirtschaftet aussah. Dann tauchte am rechten Rand unseres Sichtfeldes eine zweite Hütte, neu, aber kein Mensch zu sehen.
Erst am Wegweiser 10 vor 6, wurde klar, dass wir nach rechts mussten. 5 Minuten Weg. Wir trafen rechtzeitig ein, aber zu bestellen gab es nichts. Wir konnten nur anmelden, dass zwei von uns ein vegetarisches Menü wollten. Die Hütte war proppe voll. Es ging lärmend zu, überall Wanderer. Alle drängten sich in den Räumen, wo sich Regale für die Rucksäcke und Schuhe befanden. Die Hütttenordnung sah vor, dass alle ihre Rucksäcke in die Regale verstauten. Eine Plastikschale stand bereit, um Sachen mit in den Schlafraum zu nehmen. (Wertsachen und alles was man noch für die Nacht brauchte) Das war ein wenig verstörend. Aber die Schlafräume waren so voll, dass die Rucksäcke wohl gestört hätten. Man zeigte uns unser Zimmer, unglaublich, wir hatten den Hauptgewinn gezogen, ein 4-er Zimmer. Und hier wäre genug Platz für die Rucksäcke gewesen. Nächste Aktion, Duschen. 3 Euro für 5 Minuten Warmwasser. Super. Aber die Duschkabine, in der man sich auch umziehen musste, hatte nur einen Haken, alle Sachen musste man mit reinnehmen, also wurde so ziemlich alles nass. 7 Uhr das Abendbrot begann. Kein Lebenszeichen von Jane und Glenn. Es gab ein Drei-Gänge-Menü, genug zu Essen, nicht unlecker, aber schon eher Basic. Als wir auf das Dessert warteten, kam Jane durch die Tür. Sie hatten es geschafft. Kurz vor Acht!
Umarmung.
Nachdem Abendbrot ins Bett. Das Licht im Zimmer funktionierte nicht. Wir schliefen beide oben in den Doppelstockbetten. Mitten in der Nacht wachte ich durch einen lauten Krach auf. Glenn ging zur Toilette.
Die Hütte war wahrscheinlich so voll, da wir in der Nacht vom Samstag zum Sonntag hier schliefen.

Alle Bilder vom 2. Wandertag

2. Wandertag

05-07.09.25

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3. Wandertag - Colomers hut - Mallafré hut

Glenn's Diary -Aus dem Tagebuch von Glenn

Jane took the day off by hiking down to a nearby road and catching a taxi to the next Refugio. Frank, Tamara and I left Colomers and followed the well worn trail along a number of lakes. Because it was a weekend there were dozens of day hikers, some just to the lakes and others on various circuits.
And many children. Today the trails were mostly dirt and much easier than the first two days. We were easily up to the pass and over into the valley of our destination, Lake Sant Maurici. Then the long descent with views of an iconic twin mountain, and blueberry bushes along the trail (yum!). We dropped in stages from the pass, then traversed above the lake and descended thru forest to the Refugio Mallafre, formerly the reservoir maintenance living quarters. Only 20 people, including a large French group and a couple from Washington. We had hiked the loop around the lake valley 3 years ago and it was fun to be back from a different direction. A relatively easy day still took us 8 hours of serious hiking.

Der gestrige Tag war für Jane zuviel. Sie entschied sich, heute mit dem Taxi zur nächsten Hütte zu fahren. Wir drei gingen also wie am ersten Tag wieder alleine.
Das Wetter ist nun schon den dritten Tag perfekt. Trotzdem ging der Tag etwas unglücklich los. Wir nahmen den falschen Weg, aber als wir den Hang hinaufliefen, schauten Toma und Glenn, die beide ihre Programme (Apps) laufen hatten, noch einmal auf das Handy und bemerkten den Fehler. Einen guten Kilometer liefen wir umsonst.
Wir mussten über die Staumauer und dann den Berg hoch. Nach einigen kleinen Hügeln gelangten wir in ein wunderschönes Tal mit Seen wie an einer Perlenkette aufgereiht. Einer schöner als der andere. Sie waren hydrologisch alle miteinander verbunden und eingebettet in eine wilde Landschaft. Heute am Sonntag waren besonders viele Familien mit Kindern unterwegs, mit leichtem Gepäck und rannten an uns vorbei berghoch.
Am dritten oder 4. See begann dann der Aufstieg zum Pass, der richtige Aufstieg, denn es ging schon die ganze Zeit bergauf. Schaute man beim Aufstieg zurück lagen vor einem alle Seen, die wir passiert hatten und noch einige mehr, etwas weiter links. Am Horizont konnten wir unseren Pass von gestern erkennen.
Auf zwei Drittel der Strecke zum Pass machten wir Mittag. Es war auch schon 12 Uhr und bevor wir aus dem windgeschützten Hang herauskamen, machten wir an einem sonnigen Plätzchen mit traumhaften Ausblick auf die großartige Landschaft Halt und stärkten uns.
Ein Lunchpakete hatte uns die Hütte mitgegeben. Gestärkt ging es den Rest hinauf zum Pass. Immer wenn man dachte, jetzt haben wir ihn erreicht, kam noch ein Huckel und noch ein Huckel, bis ihr dann in das nächste Tal schauen konnten.
Vielleicht nicht ganz so romantisch, wie das, was wir gerade hinter uns gelassen hatten, weil die Seen nicht ganz so schön schimmerten, aber auch von schroffen hohen Bergen eingefasst, und nach einigen hundert Metern tauchten dann auch die ersten zwei Seen auf, so dass auch das vor uns liegende Tal als ein Bilderbuchtal gewertet werden konnte.
Ein relativ, Betonung auf relativ, einfacher Weg führte uns bergab, immer einmal durchsetzt mit felsigen Abschnitten, die Zeit kosteten und immer wieder die Geschwindigkeit rausnahmen.
Als sich der Fluss neben uns in eine kleine Ebene ergoss, lag vor uns ein wunderschönes Biotop, durch das ein Holzweg führte. Ein wenig erinnerte mich das Ganze an Uganda, die Ruwenzoni - Wanderung.
Natürlich waren da nicht die exotischen Pflanzen, aber die Natur rings um uns herum war sehr schön.
An See Nummer drei schienen sich die Badewütigen versammelt zu haben. Sonnenanbeter säumten das Ufer und es kamen uns immer noch, trotz fortgeschrittener Zeit viele Wanderer entgegen. Der See war umgeben von herrlichen Bäumen, besonders romantisch die in sich verdrehten urigen abgestorbenen Exemplare.
Fotomotive, wo man nur hinschaute. Kurz nach dem See, an einem seiner Abflüsse machten wir eine Pause, um Wasser nachzufüllen. Wir nutzten zum ersten Mal den Filter. Wir hatten heute beide nicht allzu viel Wasser mitgenommen, um Gewicht zu sparen und bewusst das Experiment Filter zu machen. Es glückte. Bis jetzt keine negativen Auswirkungen.
Kaum wieder auf dem Weg und uns lief eine junge Kreuzotter über den Weg, verschwand aber sofort wieder zwischen den Steinen. Ein Bild ist jedoch geglückt. Nach einer Weile ging es wieder durch kleine Ebene Waldflächen, durch die sich kleine Bäche schlängelten und zwar durch lichte Bäume, manchmal eine Sumpflandschaft bilden, eingerahmt von den hohen Bergen.
Obwohl wir nicht durch diese wunderbare Landschaft rannten, hätte ich doch noch ein wenig mehr Zeit hier verbringen wollen. Oft schien die Landschaft unwirklich schön. Doch es hieß noch etliche Kilometer absteigen bis zur Hütte.
Jane hatte uns schon per WhatsApp mitgeteilt, dass sie dort eingetroffen sein. Wir querten den Hang oberhalb des Sees(Name???) hatten eine malerische Aussicht auf ihn und das eingefallene Kloster, aber es hieß noch einmal die Zähne zusammenbeißen, bergauf über Geröllfelder bis zum finalen Abstieg zu gehen. Immer wieder boten sich Vogelbeerbäume als Motive an.
Auf dem guten Weg (Glenn nannte es Straße) angekommen, lief es sich dann fast wie von alleine, bis zu einem Anstieg, der nirgendwo eingezeichnet war, aber noch einmal alle Kräfte forderte. Natürlich machten wir auch heute deutlich mehr Höhenmeter als angegeben, die Entfernung stimmte aber mit dem Plan überein.
Jane überraschte uns an einer Kurve schon vor der Hütte. Die Hütte war klein. Ja fast winzig. In Deutschland hätten maximal 10 Personen dort Platz gefunden, wenn die Hütte überhaupt eine Zulassung erhalten hätte. Hier in den Pyrenäen lag die Maximalbelegung bei 28 Personen, heute Nacht waren es 22. Zwei größere französische Gruppen, eine davon mit Wanderern im sehr fortgeschrittenen Alter, eine andere mit etwas jüngeren als wir es selbst sind.
Und ein Paar aus Seattle, er Doktor, sie Chinesischer Abstammung.
Auf etwa 100 m² aßen, wuschen und schliefen all die Menschen. Waschen anstellen (zwei Waschbecken eine Dusche), Toilette (2 an der Zahl) anstellen. Essen alle saßen eng an eng. Schlafen in einem Raum, Doppelstockbettreihe links und eine rechts. In der Mitte ein schmaler Gang, wo zwei Personen nicht einfach so aneinander vorbeikamen. Betthöhe unten 80 cm. Bettbreite maximal 70 cm. Bettlängen höchsten 180 cm. Umziehen alle im selben Raum.
Wir saßen zu Sechst an einem Tisch und teilten uns aus Schüsseln das Essen, was gar nicht so unlecker war. Die Suppe zwar nicht gesalzen, wenn man aber ordentlich Olivenöl dazu gab, schmeckte sie. Tja und zum Dessert, wie schon Tradition in Katalonien, Creme Catalana. Naja und ich begann dann meinen Bericht zu schreiben, weil unsere beiden Amis sich mit den Amis aus Seattle unterhielten.
Nachtrag zum 3. Wandertag
Ein besonderes Erlebnis hatten wir als wir nach dem schönen romantischen Tal in Richtung "Straße" liefen. Weniger Meter vor uns lief ein kapitaler Rehbock zwischen Felsbrocken auf der Waldwiese vorbei. Es war zu schnell, um ein Foto zu machen. Aber er musste ja Mal wieder hinter den Felsbrocken hervorkommen. Die Kamera war jetzt vorbereitet und er konnte kommen. Aber er kam nicht. Irgendwann dann doch. Er leif in die Mitte der Wiese, schaute sich um und als er uns sah, stieß er einen urigen Schrei aus und brachte davon immer noch röhrende Laute von sich geben verschwand er im Wald am Hang gegenüber. Die Schreie waren uns durch Mark und Knochen gegangen.

Alle Bilder vom 3. Wandertag

3. Wandertag

07.09.25

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4. Wandertag - Mallafré hut - La Guingueta d’Àneu village

Today started with an easy walk in forest paths near the River to the town of Espot where we stopped for a snack of a tortilla—here a frittata of egg and potatoes, which came with bread rubbed with tomato and olive oil. Then a short steep climb took us up to a very small mountain town and a wonderful walk along a narrow trail carved out of the cliffs with stupendous views down the valley. Then a long walk along a country lane to another small mountain town and an 1100’ descent on a stone paved path that became dirt, then rocks, to a hotel (a room of our own, quiet!) in the town of La Guingueta de Aneu on a reservoir. We flirted with rain all day— sprinkles would start, then heavier and the ground got wet, then we’d put on our rain coats and a few minutes later it would stop and we’d take off our coats, then a little later we’d free a few drops, then more and it started all over again.

It’s been challenging to write these as we often end our hiking and get into our lodging just in time to shower and get ready for dinner (served at 8pm, because this is Spain!), then get ready for the next day and go to bed. Mornings: up, get ready, eat breakfast, pack up and start walking again. And in the Refugios, no cell or internet. But I enjoy summarizing our days and sharing our trip.
Die Nacht war schon gewöhnungsbedürftig. Zum Glück schlief ich rechtzeitig ein, wacht aber so gegen 4.30 Uhr auf. Warum ist nicht mehr nachvollziehbar, aber an Einschlafen war nicht mehr zu denken. Mein rechter Bettnachbar schnarchte. Lau und schniefte. Aber der Franzose war schon ziemlich alt. Ihn aufzuwecken war zwar einer der Gedanken die mir durch den Kopf gingen, den in die Tat umzusetzen ich mich aber nicht traute. Also lauschte ich den Schnieftönen und Säufzern, dem Röcheln und Pfeifen meines französischen Bettgenossen. Als ich mir dann das Kissen über den Kopf gestülpt hatte, das eine Ohr mit Kissen zudeckte und auf dem anderen Ohr lag, schaffte ich es nach einer Stunde wohl dann doch noch eine Mütze Schlaf zu nehmen.
Es hatte die Nacht geregnet. Und wir rätselten, ob wir in Regenkleidung losgehen sollten oder ohne. Als ich nach dem Wetter schaute,war schon wieder ein blauer Himmel über uns. Der erste Teil unserer heutigen Tour war nicht bemerkenswert. Es ging bergab hinunter nach Espot. Ab und zu nieselte es ein wenig und das An- und Ausziehen der Regensachen nahm viel Zeit in Anspruch. Wir kamen relativ zügig voran und machten unsere erste Pause in einem kleine
Cafe im Zentrum von Espot.
Hier trafen wir noch einmal unseren Iren, der heute mit dem Bus zurück nach Barcelona fuhr.
Wir tranken einen leckeren Cappuccino mit noch leckerem Kuchen, schauten uns ein ganz wenig im Dorf um und los ging nach es La Guingueta d Aneu.
Wir verpassten die Brücke im Ort und liefen noch einige hundert Meter auf der Straße neben dem Fluss, wollten den Fluss dann queren, wie in der App angegeben, kehrten dann aber zur Straße zurück, als wir vor keiner Brücke standen, sondern vor einer 10 Meter breiten Furt, die knöcheltief mit Wasser geflutet war. Anderthalb Kilometer liefen wir Asphaltstraße und am Hang zur rechten gab es immer Mal wieder schöne Blumen. Da man sich zum Fotografieren nicht bücken musste, machte ich viele Aufnahmen.
Die Straße hatte einem Vorteil, wir sparten etliche Höhenmeter, da der Weg auf der anderen Flussseite verlief und wir erst zur Straße hätten aufsteigen müssen. Jane und Glenn wollten eine kleine Pause einlegen und schlugen vor, dass wir schon einmal vorgehen sollten. So taten wir und ich fotografierte fleißig weiter Blumen. Dann kam eine Kröte dazu, dann Gewürze, Oregano, Thymian, Minze, um uns herum duftete es herrlich.
Wir schraubten uns unter der Stromleitung bergauf und gelangten in ein total romantisches Dorf mit alten traditionellen Häusern, einem Kirchlein in der Mitte und dem dazugehörigen Friedhof.
Hier wuchsen Brombeeren in epischen Ausmaßen. Aber nicht nur brombeeren. Auch Äpfelbäume säumten unseren Weg, dem wir in dem Dorf fast verloren hätten.
Vom Dorf führte die Strecke travers entlang des Hangs mit atemberaubenden Aussichten ins Tal und auf die gegenüberliegenden Berge.
Den Wegesrand schmückten neben den Früchten voll in der Blüte stehende Heidepflanzen und andere schöne Blumen. Man könnte die Strecke mit einem Panoramaweg vergleichen, zumindest hätten es die Werbestrategen in den Alpendörfern wohl so ausgewiesen.
Als der schöne Weg zu Ende ging, hieß es Asphaltstraße latschen 4,7 Kilometer waren es noch bis ans Ziel.

Der große Regen sollen gegen 17 Uhr beginnen. Wir haben noch einmal alles, um so schnell wie möglich ans Ziel zu kommen. Ein letzter Anstieg, dann Jou (oder so ähnlich) ein weiteres kleines Bergdorf und von hier ging es nun nur noch bergab ins Tal zum Hotel Poldo.
Kurz vor dem Ziel holte uns dann doch noch der Regen ein. Ich zog mich nicht extra um, sondern wurde halt ein wenig nass. Kurz vor 16 Uhr erreichten wir das Hotel, wo wir heute die einzigen Gäste waren. Der absolute Luxus im Vergleich zur letzten Nacht. Auch das Dinner war großartig. Weiche weiße Betten, warme Dusche ohne Limit. Eine Toilette für uns alleine. Platz ohne Ende. Sogar die Steckdose brauchten wir nicht zu teilen.
Nachtrag zum 4. Wandertag
Als wir im Tal angekommen waren und der Regen aufgehört hatten, sahen wir am Himmel über uns unzählige Geier fliegen. Sie kreisten über der großen Wiese, also über dem Talkessel und schraubten sich in die Höhe. Es waren ungefähr 25 bis 30 Geier.
Wenn sie alle satt werden wollen, da müssen schon einige schafe oder Kühe auf der Weide sterben.

Alle Bilder vom 4. Wandertag

4. Wandertag

08.09.25

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5. Wandertag - La Guingueta d’Àneu - Estaón

Glenn's Diary -Aus dem Tagebuch von Glenn

Today was supposed to be the hardest day of the trip—more than 8 miles and 7500 vertical feet. The description said ‘forest with little views’, so we did the obvious thing and took a taxi. Our taxi driver had been an Au pair in New Jersey and so we had a great 35 minute trip down one valley and up the next to the town of Estaon (winter population=6) and checked into our Refugio, where they were quite surprised to see us so early. We walked around the town, had lunch, sat in the sunshine, and in the afternoon walked up to a Borda—a set of houses built by shepherds.
There are only 2 other guests at this Refugio, a Czech woman going East at 20km a day and mostly camping, and a man from Bilbao going West at 2 stages per day. We can just barely do one stage per day, so they are a bit intimidating! The Refugio has a large black dog that likes to sit right at the foot of the stairs.
5. Wandertag, der kein Wandertag war.

Nach dem Abendessen am 4. Wandertag besprachen wir den nächsten Tag. Jane war besorgt, dass sie es morgen nicht schaffen würde, da wir wieder gut über 1000 Höhenmeter vor uns hatten, einen ebensolchen Abstieg und ordentlich Entfernung. Der Vorschlag war mit einem Taxi die Strecke zurückzulegen. Er wurde angenommen.
Abfahrt des Taxis 10 Uhr. Der Morgen begann also ganz gemütlich, das Taxi brachte uns fast direkt vor die nächste Hütte, die sich in den Bergdorf Estaon befand. Estaon wurde schon im 9. Jahrhundert erwähnt, besteht aus vielleicht 35 Häusern (wir haben von oberhalb des Dorfes versucht die Dächer zu zählen). Wohnen aber tun hier nur 5 Familien.
Die meisten Häuser stehen leer und werden nur in den Sommerferien und an den Wochenenden genutzt. Das Dorf strahlt eine altertümliche Ruhe aus, obwohl viele Häuser wohl erst im 19. Jahrhundert erbaut wurden. Es sind aber durchgängig Häuser aus Naturstein und mit Schieferdächern, die dadurch sehr alt erscheinen. Viele der Häuser werden noch hergerichtet, manche sind zerfallen und manche kurz davor.
Es gibt aber auch sehr schicke, nach Geld riechende Anwesen.
Das Refugio befand sich mitten im Zentrum und war der lebendigste Ort des Bergdorfes. Zwei Schalfräume, wir bezogen den für zwei Personen, Jane und Glenn wollten beide unten schlafen und besiedelten den großen. Mit uns übernachten eine Tschechin und ein Spanier.
Am Nachmittag unternahmen wir dann doch noch eine kleine Wanderung in die Berge, sodass ich auf meine 10.000 Schritte kam. Aber mehr als Beine vertreten war es nicht, ich kam nicht einmal ins Schwitzen.
In der vielen freien Zeit spielte ich mit dem Handy Schach auf Lichess.

Ein schöner erholsamer wanderfreier Tag nimmt nach dem Abendbrot und der Aktuellen Kamera (dem Tagesbericht) sein Ende.

Alle Bilder vom 5. Wandertag

5. Wandertag

09.09.25

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6. Wandertag - Estaón - Tavascan

Glenn's Diary -Aus dem Tagebuch von Glenn

We started in the village of Estaon around 8:30 and walked up the valley along a creek in a beech forest to a large Bordes-a assembly of summer houses for shepherds. There were many horses there, but no people. Then the trail zig-zagged up hill toward the pass thru thick brush. At the top we stopped for lunch and a rest. We had a great view of the ‘High Pyrenees’ (many peaks around 9000’) and watched clouds scud across the sky. Then began the serious business of descent. We quickly followed a rough trail to lose 1000’ then began a long traverse to a very small town where the trail became a ledge of built-up stone scores a hillside. There were a few sketchy places where stones had fallen leaving a narrow path above a fair drop. We could see our destination gradually getting closer. Then it started sprinkling, turning into a brief light rain, just like other days. We passed thru another small village with a nice viewpoint and dropped the final way down to the small town of Tavascan. We had spent 4 days there doing day hikes 3 years ago on our last trip to the Pyrenees and it was our favorite town on that trip.
Today was 9 miles but only about 4800 vertical feet total.
Wir schliefen gut im Refugio Estaon, das Zweibettzimmer hatte so seine Vorteile.
Frühstück und ab ging es auf die im Programm nur als mittelschwer ausgezeichnete Etappe. Und davon gab es leider nur eine, eben die heutige.
Da die Brücke auf dem Normalweg verschüttet war, nahmen wir den Weg über die Straße (weniger als 1km), Bogen in den Wald ab und stiegen langsam am Fluss entlang bergauf. Die Wegweiser wiesen wieder verschiedene Bordas aus.
Als wir zur größten von ihnen kamen, empfingen uns Pferde. Sie hatten die Ansammlung der alten Steinhäuser als Aufenthaltsort gewählt. Von Menschen keine Spur, obwohl manche der Häuser noch in einem relativ brauchbaren Zustand waren.
Nach der Borda ging es dann scharf nach rechts steil den Hang hinauf zum Pass. Wir waren mit Jane in sehr moderatem Tempo unterwegs, kamen kaum ins Schwitzen und wenn, dann trocknete der Wind und die Sonne das Shirt gleich wieder.
Der Hang war bewachsen mit einer Art Kiefer, wohl keine Krüppelkiefer aber sehr kleinwüchsig und wie ein Bodendecker. Wo keine Kiefer wuchsen, wuchs Heide und diese stand noch in voller Blüte.
Obwohl es steil bergauf ging, war es doch eine schöne Wanderung mit Aussichten auf die umliegenden Berge, der Himmel war blau und wie die Amis sagten mit Pferdeschwänzen durchzogen. Ich konnte meine Himmelsammlung (für Luminar) vervollständigen.
Oben auf dem Pass legten wir uns in die Sonne, machten Mittag und über uns kreisen wieder die Geier im fotogenen Himmel.
Wir blickten in das Nachbartal von Travascan. Die Steindörfer mit den umliegenden wenigen Weideflächen meist mit einer alten Kirche in der Mitte des Dorfes fügten sich perfekt in die Landschaft ein.
Von Pass hieß es jetzt fast nur noch bergab in Richtung Talende gehen.
Schön begann der Weg zu werden, als wir uns Travascan näherten und der Querweg balkonartig zur rechten Seite steilabfallen verlief und wir großartige Blicke ins Tal herab hatten.
Der Weg war mit Steinen gut ausgebaut, mit Blumen und Kräutern am Wegesrand und große Heidebüsche säumten den Hang.
Wir konnten Travascan schon vor uns unten im Tal sehen, als es anfing zu regnen. Nicht so richtig, aber stark genug, dass wir die Nerven verloren und Regensachen anzogen. Ich schützte nur meinen Rucksack und zog mir eine Wanderjacke über. Nach einer recht felsigen Abschnitt auf dem Abstieg, der noch einmal volle Konzentration forderte, erreichten wir Aineto,
ein Steindorf, wo schon wieder einige Menschen zu wohnen schienen, also manche der Steinhäuser ausgebaut waren. In den engen Gassen, verloren wir kurz die Orientierung, aber nur kurz.
Die letzten 20 Minuten nach Tavascan beeilte ich mich, um nicht noch einmal nass zu werden.
Tavascan ist ein anschaulicher kleiner Urlaubsort, mit vielen Hotels, einem Wasserkraftwerk, natürlich einer Kirche, die geschlossen war und hat sogar eine Touristeninfo. Einchecken im Hotel, Zusichkommen, Abendbrot.
Der Tag mit der leichtesten Wanderung war vorbei, doch wir ganz schön erschöpft.

Alle Bilder vom 6. Wandertag:

6. Wandertag

10.09.25

62 Bilder

7. Wandertag

Free day in Tavascan
Glenn's Diary -Aus dem Tagebuch von Glenn

A true rest day in the cute little town of Tavascan. We slept late, had a “bikini” for lunch ( that’s a ham and cheese panini. Well, Jane had it, I just had a cheese sandwich, which is bread rubbed with tomato and drizzled with olive oil before cheese is added), and walked around the town.
Ruhetag

Ich schlief 10,5 Stunden, schaffte es aber noch zum Frühstück. Heute war Nichtstun angesagt.
Jane wollte nicht Wandern und Glenn konnte nicht Wandern, da er seine Hose zum Waschen dem Hotel gegeben hatte und nur noch eine Regenhose besaß, in der er auch zum Frühstück erschien.
Nach dem Frühstück quatschen wir noch ein wenig im Aufenthaltsraum, entschieden uns dann aber mit Toma doch, einen kleinen Spaziergang zu unternehmen.
12.30 Uhr fragten wir den Hotelbesitzer, wo man hingehen kann und er schickte uns nach Bordes de Noarre. Es wären zwei Stunden bis dahin. Auf dem Weg nach oben wollten wir noch das Schloss oder die Festung von Tavascan besichtigen, mussten aber feststellen, dass die Ruinen nicht einmal begehbar waren.
Da wir so den Wanderweg verpasst hatten, hieß es einige Kilometer Asphaltstraße laufen, bis die Straße den Weg kreuzte. Von da an ging es im Schatten auf Waldwegen bergauf. Wir kamen zügig voran, trafen ein altes Ehepaar, dass Steinpilze gesammelt hatte, passierten die Staumauer und schraubten uns am Fluss lang weiter in die Höhe.
Der Weg war gut begehbar und so trafen wir nach 2 1/4 Stunden in Bordes de Noarre ein.
Hier kreuzten sich viele Wege. GR10, die Route de Exil....Wieder eine kleine Ansiedlung von Steinhäusern und eins davon war wunderschön herausgeputzt, die Casa de Rei. Hier wohnten auch Leute. Ob man übernachten kann, haben wir nicht in Erfahrung bringen können.
Casa de Rei
Die "Bordes" der spanischen Pyrenäen: Verlassene Bergdörfer
1. Ursprung und Bedeutung
« Borda » bezeichnete ursprünglich einfache Steinhütten von Schäfern, die während der Sommermonate im Hochgebirge weideten.
Mit der Zeit entstanden um diese Hütten kleine Siedlungen – die Bordes.
Typisch für Aragonien, Katalonien und Navarra.

2. Warum sind diese Dörfer verlassen?
Landflucht ab den 1950er Jahren: Bevölkerung zog in Städte oder ins Ausland
Extreme Lebensbedingungen: harte Winter, Isolation, fehlende Infrastruktur
Wirtschaftlicher Wandel: Schafzucht rentierte nicht mehr
Staudamm-Projekte: Einige Dörfer wurden zwangsumgesiedelt
3. Bekannte Beispiele verlassener Bordes-Dörfer
Bordas de Biescas (Aragonien) – verlassene Schäfersiedlungen im Tena-Tal
Bordas de Secús (Navarra) – versteckt im Hecho-Tal
Bordes Blancs (Katalonien) – in den Hochpyrenäen bei Lleida
Borda de Sabocos (Aragonien) – typische Steinhäuser im Benasque-Tal
4. Heutige Bedeutung
Zeitzeugen: Dokumentieren das harte Leben der Bergbevölkerung
Wanderziele: Viele liegen an Fernwanderwegen wie GR-11
Langsame Renovierung: Einige werden als Ferienhäuser wiederbelebt
Kulturelles Erbe: Zeugen der traditionellen Pyrenäen-Architektur (Steindächer, kleine Fenster)
Charakteristische Merkmale
Architektur: Schlichte Steinbauten, oft ohne Strom oder Wasser
Lage: Abgelegen in hochgelegenen Tälern, umgeben von Weiden und Wäldern
Natur: Die Natur erobert die Ruinen zurück – Efeu, Wildtiere, verfallene Steinmauern
Bei schönstem Sonnenschein machten wir Lunch, und ich machte dazu noch viele Fotos von den entzückenden Häusern.
Von hier aus gingen wir nicht denselben Weg zurück, sondern machten einen Abstecher zum Wasserfall.
Dann aber stiegen wir rasch ab. Maximales Tempo. Wir kamen gut voran. Am Parkplatz, wo die Straße auf den Wanderweg traf, nahmen wir bergab den Wanderweg. Dieser führte häufig recht abenteuerlich am Hang entlang, mit einigen seilgesicherten Abschnitten, doch wunderschön. 15 Kilometer, 620 Höhenmeter und 4 3/4 Stunden - das war unser Ruhetag.
Ach ja, gewaschen hat Toma auch noch.

Alle Bilder vom Ruhetag (7. Wandertag)

7. Wandertag

11.09.25

37 Bilder

8. Wandertag

Tavascan – Àreu
Glenn's Diary -Aus dem Tagebuch von Glenn

This was a hard day so Jane taxied to our hotel in Areu. We (Tamara, Frank and I) left Tavascan by taxi to a small mountain town that saved us two miles and about 2000’ of climbing. The trail started up a gravel road, then decided to get serious and branched off for some serious climbing thru a forest (mostly pine). Two hours later, we came to a larger meadow with a metal corral and a trail sign. We had reached the pass. The day was cloudy, sitting on the peaks, but we could make out the ski area above Espot, from 3 days previous, and some of the peaks above it.
The descent started off easily enough in dense pine forest, but then steepened, dropping 2800’ in 2 miles. Part way down was a large hanging meadow with a small barn that had bat houses hung on the wall. We arrived in our destination, Areu at 3 in the afternoon, a nice change from some of our late arrivals. It was nice to have shortened the day.
Although we saw blueberry bushes, there were no blueberries. But blackberries were abundant along pasture walls and they were mostly ripe, so we enjoyed picking them every chance we got.
Ein sehr langer Tag erwartete uns heute. 1250 Höhenmeter, 16 Kilometer Entfernung und fast soviel bergab. Dass Jane sofort beschlossen hatte, den heutigen Tag mit dem Taxi zurückzulegen, machte es für uns verbliebene Drei nicht leichter. Wir fragten also den Wirt, ob die Möglichkeit bestand, die Strecke ein wenig mit der Seilbahn abzukürzen. Seilbahnen gab es auf unserem Weg nicht, obwohl alle Dörfer im Winter Ski Dörfer sind, also viele Wintersportgäste beherbergen. Die Seilbahnen sind hier Taxis. Ein Taxi brachte uns also zu einem Bergdorf, das auf unserem Weg (dem GR11 ) lag. Das ersparte uns etwas 500 Höhenmeter und etliche Kilometer Weg.
Es war heute frisch und am Nachmittag war Regen angesagt. Der Wegweiser in Bordes....., wo uns das Taxi abgesetzt hatte, wies noch 4,5 Stunden nach Areu aus. Es ging gleich bergauf, eine kurze Strecke gemächlich danach steil.
Und steil blieb es fast bis zum Pass. Wir liefen durch Nadelwälder schmale Pfade empor. Zu unserer linken der Hang zur rechten der Blick ins Tal und auf die Berge.
Genau gegenüber befand sich der Pass, den wir gestern gekommen waren. Nach etwa einer Stunde waren wir höher als gestern und der Anstieg war noch lange nicht zu Ende. Toma lief die meiste Zeit voran und machte Tempo. Ich schwitze nach einer Stunde so, dass beide Layer völlig durchnässt waren. Als wir dann an einer Stelle dem Wind ausgesetzt waren, musste ich die Jacke überziehen, da es mich jämmerlich fror.
en Pass erreichten wir nach 2 1/4 Stunde. 750 Höhenmeter lagen hinter uns. Wir konnten zufrieden sein mit der Leistung. Über uns düstere Wolken, die uns auf dem Pass nicht verweilen ließen.
Der Abstieg (für mich der angenehme Teil der Wanderung) verlief durch einen schönen Wald mit urigen Bäumen und gut begehbaren Wegen, obwohl sie sehr steil waren.
Nach etwa einer halben Stunde kam dann die Sonne heraus, wärmste uns, die Jacke konnte wieder zurück in den Rucksack und wir fanden auch eine schöne Stelle für unser Picknick.
Wir waren schneller als die angegebene Zeit und nahmen uns Zeit für den Weg ins Tal. Toma und Glenn machte der Abstieg weniger Spaß als mir, da dies ihre Knie stark beanspruchte.
Die letzten beiden Kilometer bis zum Ziel hielten wir an jeden zweiten Brombeer Strich an und labten uns an den leckeren Beeren.
Noch gut vor 15 Uhr checkten wir ein, Duschen, Sortieren und einen Cappuccino trinken in der Bar gegenüber, quatschen und warten, warten auf das Dinner. Ursprünglich sollte es um 21 Uhr für uns Abendbrot geben, doch wir konnten es runterhandeln auf 19.30 Uhr. Das heißt aber immer noch warten.

Alle Bilder vom 8. Wandertag:

8. Wandertag

12.09.25

36 Bilder

9. Wandertag - Àreu – Vallferrera hut

Glenn's Diary -Aus dem Tagebuch von Glenn

Today was the “easiest” day of the trip—7 miles and up a river valley for a gain of about 2500’. We had conflicting forecasts—one said rain starting at 9 the other said starting at 12. The first was close—shortly after Jane and I started walking, it started raining. So we put on pack covers and rain clothes. First along the road, the trail eventually took off into forest (mostly fir and beech), gradually climbing up the valley. Lots of streams, and water in the trail. We passed a meadow with many cows, and later encountered individual cows on the trail. We saw few people, but there was a family out collecting mushrooms, without much success—lots of mushrooms but few edible ones. We came to a nice picnic area with a covered rest area just in time for lunch. Early afternoon we passed a very busy parking area at the end of the road, with many cars and people packing up to go hiking. Shortly after, we arrived at our destination, Refugio Vallferrera. It’s the oldest in the Pyrenees, but was updated in the 60s, so we are in a room with 8 bunk beds, not bad.
Der gestrige Abend im Restaurant bescherte uns noch eine kleine Überraschung. Im Dorf war eine Filmcrew unterwegs, die wahrscheinlich einen historischen Film drehte. Als wir das wieder überaus schmackhafte Dinner zu uns nahmen, kamen die Darsteller in historischen Kostümen zur Tür herein. Das war schon sehr gut gemacht.
Die Dreharbeiten geschahen wohl in der Nacht denn gegen drei Uhr morgens fuhr der LKW mit den ganzen Drehutensilien vom Hof.
Als wir aufwachten regnete es, das Frühstück stand auf dem Tisch und die Darsteller waren in der Vergangenheit verschwunden.

Heute wieder ein relativ einfacher Tag. 700 Meter bergauf gut verteilt auf 10 Kilometer sagt das Komoot - Orakel. Es waren 100 Meter mehr und fast zwei Kilometer länger in Wirklichkeit, wenn ich Mal die Huawei -Uhr als das Maß der Dinge annehme.
Glenn und Jane brachen etwas eine Dreiviertelstunde vor uns auf. Doch auch als wir den Kopf aus der Hoteltür steckten hatte der Regen noch nicht aufgehört. Also Regenkleidung anlegen und los. Die Rucksacküberzüge, die wir in Tavascan gekauft hatten, war etwas zu klein für beide Rucksäcke, obwohl er bis 50 Liter vor Regen schützen sollte und unsere Rucksäcke 38 und 43 Liter groß waren. Egal. Gut vor Regen geschützt ging es die Asphaltstraße zum Dorf hinaus. Die Brombeer-Büsche voll mit Beeren hielten uns kurz auf. Die Früchte sind so lecker, da kann man nicht vorbeigehen. In Stadt/Ort-Nähe sind immer viele Brombeer-Sträucher, gerade richtig reif und die meisten dann auch noch in Pflück-Höhe.
Als der Regen dann nachließ, konnte ich auch den Foto rausholen, denn die Wolken, die sich an die Berghängen schmiegten, sahen schon sehr idyllisch aus.
Nach drei Kilometer Asphalt hatten wir Jane und Glenn eingeholt und zwar gerade als der Weg in den Wald einbog.
on jetzt an ging es durch den Wald und etwas steiler bergauf. Pilze säumten den Weg. Die ersten, die wir sahen, waren wunderbare knackige Steinpilze. Kurz danach die giftigen Hexenröhrlinge. Aber auch Birkenpilze, Täublinge und Parasolpilze standen rum. Da verwunderte es auch nicht, dass uns auf dem Weg zur Vallferrera-Hütte Pilzsammler mit riesigen Körben überholten (jedoch noch mit wenig Inhalt).
Während wir den rechten Hang hinauf schlichen, zogen die Wolken auf der linken Seite in Richtung Pass nach oben.
Gegen 12 Uhr machten wir an einem Unterstand Mittag und warteten auf Jane und Glenn.
Es tröpfelte wieder ein wenig und meine Kamera hatte wohl etwas Nässe abbekommen, da die Belichtungskorrektur nur ab und zu funktionierte.
Doch das Wetter hielt, den Rest der Strecke liefen wir im Trockenen und ab und zu kam dann auch noch die Sonne raus, wenn es dem Wind gelang, die Wolken über dem Tal zur Seite zu schieben.
Der Wanderweg überzeugte mit einem romantischen Wald, Ausblicken auf die Wasserfälle am gegenüberliegenden Hang, nur auf die Kuhscheiße musste man aufpassen, die lag überall rum.
Toma war schon vorneweg, ich machte viele Bilder und deshalb dauerte es doch ein wenig länger als geplant, bis ich an der Hütte anlangte.
Wir haben einen 8-Mann Schalfräume, davon zwei Frauen (Jane und Toma). Die vier Spanier sind junge Männer und schnarchen hoffentlich noch nicht. Die Nacht wird es zeigen. Bis zum Abendbrot sind es noch zwei Stunden, der Hunger lässt mich schon jetzt daran denken.
Alle Bilder vom 9. Wandertag:

9. Wandertag

13.09.25

50 Bilder

10. Wandertag - Vallferrera hut - Comapedrosa hut

Glenn's Diary -Aus dem Tagebuch von Glenn

Today started with no clouds and cold. Breakfast in the Refugio was at 7, brutally early. Jane took a taxi from the nearby car park to a hotel because we had two nights in Refugios with hard hikes.
We started up an easy track into a beautiful meadow with Pyrenees horses grazing. Gradually the trail got steeper and climbed into a high basin from which we could see a mountain hut at the lake above. We had lunch outside the hut (only open for emergencies and bad weather), with amazing views of mountains to the west from the last several days of hiking, above us was a very steep serrated ridge of dark sedimentary rock with several chutes of scree. On the way above the hut we watched 3 mountain goats run across the hillside. Then our trail started up one of the scree chutes, requiring us to scramble over big rocks until we got to the trail, very steep loose gravel zig zag up several hundred feet to the pass. One of the hardest hikes I’ve ever done. Not terribly exposed, but very steep. We were very glad to get to the pass and discover a regular trail descending the other side! Views from the pass were amazing. We descended past two lakes, then down a steep hillside, then along a stream, and finally scrambled up a hillside to our destination. Refugio Coma Pedrosa. For some reason they don’t have any water for showers and the kitchen is playing loud Spanish rock music, so we’ve enjoyed sitting outside in the warm sun waiting for dinner, served at 7:30. Today was a little over 6 miles, 2600’ up and 1900’ down, and took us about 6 hours walking time, but with lunch and other stops, 8 hours.

Es war einer der beeindruckenden Tage, wen nicht der schönste von allen Wandertagen, die wir in diesem Urlaub hatten.
Wir sitzen bereits im Inneren der Hütte...Coma Pedrosa.. in Andorra. In der Küche läuft spanische Musik und die beiden Jungen in der Küche singen laut mit. Sie bewirtschaften die Hütte alleine, kochen, Room-Service, Checkin, Bar, Facility Management...
Wir warten auf unser Abendessen, noch nie haben wir auf einer Hüttenwanderung uns so lange auf das Dinner gedulden müssen. In Spanien isst man halt spät. In den Restaurants der Hotel gelang uns oft eine Verhandlungslösung, die Essenszeit ein wenig vorzuverlegen, in den Hütten mussten wir uns der Allgemeinheit fügen.
Die erste und einzige Hütte auf unserem Weg in Andorra ist ein wenig enttäuschend und drückt die Gesamtnote des Tages beträchtlich. Seit 2 Stunden warten wir auf Wasser. Wasser zum Trinken und Wasser zum Waschen, zum Händewaschen, aber vor allem zum Duschen. Der Wassertank ist leer und wird nicht wieder voll. Die Sonne hat inzwischen unsere schweißdurchnäßte Kleidung getrocknet. Das Duschen wird wohl ausfallen, immer noch kein Wasser. Es ist eine riesige Hütte, die größte, in der wir bisher übernachtet haben.
Wir haben ein 6- Mann-Zimmer bezogen.
Es gibt aber auch Schlafsälen für 30 Mann oder mehr.
Rückblick:
Ich wurde kurz vor Sieben geweckt.
Draußen war es noch dunkel. Jane fährt heute mit dem Taxi zum Hotel der letzten gemeinsamen Übernachtung.
Wir waren die letzten, die ihr Frühstück zu sich nahmen. Draußen war es noch kalt und wolkenlos.
Abschiedsfoto vor der Hütte und schon waren wir auf dem Trail. Dieser führte erst einmal bergab über den Fluss und in ein anderes Tal hinein und schon nach den ersten hundert Metern genossen wir dieses wunderschöne Tal.
Liebliche Wiesen, Kiefernbäume und wie immer die urigen verkrüppelten kahlen silbrigen Kiefern.
Wir liefen der Sonne entgegen, viele Gegenlichtaufnahmen.
Überall flossen kleine liebliche Bäche durch den Wald, durch die Wiesen. Wasser belebt und macht die Landschaft noch interessanter.
Es ging ein Stück bergauf und wir gelangten auf die nächste Ebene, wo entweder Wiesen waren oder Lichter Wald, durch den die Bäche flossen, die von der Horizontalen darüber herunterschossen.
Mitunter sahen wir Pferde auf den Waldwiesen weiden, sehr friedlich und idyllisch. Zumindest hatten wir vor den Pferden weniger Angst als vor Kühen, die es zum Glück in dem Tal nicht gab.
Und jede neue Ebene die wir erklommen ,brachte neue schöne Anblicke.
Ob es nun ein See der sich vor uns auf der nächsten horizontalen Fläche ausbreitete und in dem sich die Berge spiegelten oder nur eine Sumpf in dem die Sonnenstrahlen glitzerten. Das Bergaufgehen viel nicht allzu schwer, das Auge hatte satt zu sehen.
Dann kam uns eine Herde Pferde entgegen, die die Besitzer wohl von der Alm abtrieben, denn wir schreiben ja schon Mitte September.
Weiter oben als sich das Tal dann weitete, wurden die Seen größer, die Blicke gingen weiter, der Anstieg langsam steiler.
Der Wald verschwand langsam und nur noch vereinzelte Bäume säumten unseren Weg.
Aus dem Pferdedung, der überall auf dem Weg herumlag schossen die Pilze hervor.
Als auf einer Kuppe in mitten eines Talkessels eine Hütte / es war eine Notunterkunft auftauchte, war klar, wo wir Mittag machen würden.
Davor querten wir aber noch etliche kleine Flüsse und Bäche, kletterten einige steile Passagen hoch und genossen die fabelhafte Aussicht zurück ins Tal, auf den Weg , den wir schon zurückgelegt hatten.
An der Hütte (unbewirtschaftet und es war auch niemand drin) setzten wir uns in den Windschatten und ließen uns von der Sonne während des Mittagessens wärmen.
Unter uns waren tiefblauen Gebirgsseen, vor uns eine Wand mit Bergen, die es zu überqueren galt.
Nach dem kurzen Abstieg zum See warnte uns Komoot, dass wir uns rechts halten sollen. Taten wir auch,obwohl der linke Weg ziemlich eindeutig zu einem Pass führte.
Als Komoot uns dann nach oben schickte, war weit und breit kein Pass zusehen. Überall Geröll, steile Passagen, Felswänden, die wir nie erklimmen würden.
Irgendwie ging es doch bergauf, erst auf Wiesen, dann auf Schotter. Und wie wir so hinaufstapften, sagte Glenn: Da kommen Pferde den Hang hinunter galoppiert. Ich meinte das sind Ziegen oder sehr kleine Pferde.
Als sie nahm genug waren, erkannten wir die drei Steinböcke, die vor unseren Augen den Hang hinab sprangen. Ich hoffe Mal, das Video ist gut geworden. Glenns Handy hatte ein tolles Video aufgenommen.
Das war dann auch die Stelle, wo wir dachten, wir sind falsch und wieder nach links abdriften wollten. Komoot ließ das nicht zu und schickte uns steil nach oben nach rechts.
Vor uns, also besser über uns nur Geröllfelder und steile Felsen. Wir mussten über dieses Geröll uns einen Weg nach oben bahnen. Mühsam ging es voran.
Die Steine, Felsbrocken waren spitz, wackelten, waren schwer zu begehen. Tomas Uhr zeigte schon Extrembelastung an.
Wir liefen noch langsamer. Der Weg wurde auch noch steiler und an manchen Stellen rutschten wir auch wieder zurück in dem Schutt.
Obwohl wir schon sehen konnten, wo die Qual enden würde, mussten wir bis dahin erst einmal kommen. Das ganz langsam Gehen funktionierte nicht so richtig. Ich machte meist mehrere schnellere Schritte bis ich den Wendepunkt des serpentinartig sich in die Höhe windenden Weges erreicht hatte.
Doch selbst die Serpentinen waren enorm steil und minderten den Anstieg also die Steilheit nur unwesentlich. Auf dem letzten Stück nach oben kam uns ein Franzose entgegen. Er zeigte auf einen Schuhkarton-.großen Stein, der lose auf dem Abhang lag. Hätte er sich in Bewegung gesetzt, hätte das schlimm ausgehen können, denn einmal in Bewegung hätte er keinen Halt mehr gefunden.
Irgendwann war dann auch die Passhöhe erreicht. Der Blick zurück war atemraubend schön. Unter uns lagen zwei tiefblauen Seen eingebettet in eine Bilderbuchlandschaft. Die Pyrenäen überzeugten vollends. Auf den Fotos war nur schwer zu erkennen, wie dramatisch der Anstieg war, wie steil und auch ein wenig gefährlich der Aufstieg auf dem GR 11 war. Dieses Stück Weg war wirklich nur für Geübte.
Ein wenig blies uns der Wind auf dem Pass um die Nase und kühlte den überhitzten Körper ab. Vor uns war der Piek, den wir auf Vorschlag von Miguel (unserem Tourorganisator) ignorieren sollten.
Nicht im Traum hätte einer von uns auch da noch hinauf gewollt, obwohl der Weg viel, viel einfacher aussah, als das letzte Stück zum Pass.
Mit der Zeit stellte sich doch ein wenig Zufriedenheit ein, den Pass geschafft zu haben. Jetzt forderte jedoch der Abstieg unsere volle Aufmerksamkeit. Die Landschaft war nach dem Pass nicht ganz so überwältigend wie auf der anderen Seite, doch immer noch "schön genug".
Uns kamen beim Abstieg immer noch Wanderer entgegen, die mit leichtem Gepäck den Gipfel machten. Überhaupt, die Spanier rennen die Berge hoch.
Wir krochen bergab. Die Hütte war dann, nach dem wir den diensthabenden See auf der anderen Seite passiert hatten, auch schon zu sehen.
Bis dahin brauchten wir aber noch eine Stunde. Die letzten 20 Minuten nahm ich Toma den Rucksack ab und "rannte" los.
Von Weitem sah die Hütte sehr schön aus. Aber den Rest kennt ihr ja schon.
Alle Bilder vom 10. Wandertag:

10. Wandertag

01.01.04—14.09.25

94 Bilder1 Video

11. Wandertag - Comapedrosa hut – Arans

Glenn's Diary -Aus dem Tagebuch von Glenn

We were up just before sunrise (which was at 7:30) then had a light breakfast at the Refugio. Then we started a long descent thru a valley into forest, passing about a dozen people sweating up the trail, ending at the ski town of Arinsal where we had a light early lunch and stopped at a supermarket to buy lunch for tomorrow. Huge empty ski apartments up the hills in both sides of the town, but not many amenities.
Then up thru a heavily cleaned up pine forest with big piles of cut logs. And up and up with views of the ski bowl above Arinsal. Nobody but us on the trail. Finally topped out in a small clearing with views of high ( above tree line) peaks ahead and behind us, Fortunately, most of the descent wasn’t too steep and a little over an hour later we arrived in Àrans and met Jane and our hotel. Oooh, a private shower! Oh, our own bedrooms! No more Refugios! And one day to go.
Die Nacht war okay, obwohl man zwei Etagen nach unten laufen musste, eigentlich die ganze Hütte queren, um in der Nacht die Toilette aufzusuchen.
Frühstück etwas spartanischen als sonst, aber bei herrlichsten Wetter stiegen wir hinab nach Arsenal.
Der Weg verlief entlang eines Baches, der im freien Fall oder stufenweise sich ins Tal ergoss.
Als sich der Weg zweiteilte, nahmen wir den bequemeren und erreichten Arenal durch einen Autotunel (150 Meter lang).
Arenal ist ein Wintersport - Ort
Schicke - Hotels, sehr schön der Orginalbauweise der hiesigen Gebirgsdörfer nachempfunden, aber kaum Menschen, die hier wirklich Zuhause sind.
Wir machten Halt in einem kleinen Cafe mit Namen Oolong und ich trank natürlich den wundervollen schmackhaften Tee aus China. (dazu gab es einen Möhrenkuchen)
Der zweite Teil des Tages ins Nebental hieß, rauf auf den Berg und wieder runter. Doch dafür machten wir erst meinen Rucksack noch richtig schwer, in dem wir für morgen im Supermarkt einkauften. (Dabei hatte ich schon etliche Kilo von Toma in meinem Rucksack)
Nach 100 Höhenmeter noch in der Stadt begann der steile Aufstieg im schönen kühlen Wald.
Und das war mein Glück, denn schon nach wenigen hundert Metern war ich durchgeschwitzt und der Schatten des Waldes verhinderte Schlimmeres. Es ging sehr steil hoch, nicht so extrem wie gestern, doch die 450 Meter bergauf waren kein Zuckerschlecken. Das Mehrgewicht auf dem Rücken machte sich bemerkbar. Wir gingen (da ich vorne ging) extrem langsam, sodass ich nicht außer Puste kam. Nach einer guten Stunde (wobei die Stunde für mich so richtig gut nicht war) trocknete die Sonne oben auf dem Pass den Schweiß meines T-Shirts.
Das Schlimmste war für mich geschafft.
Märchenhaft
Bergab, kein Problem. Für die, bei denen das genau andersherum ist, hatten jetzt 500-600 Höhenmeter Abstieg vor sich.
Blick auf Arenal
Das wiederum im kühlenden Wald. 15.30 erreichten wir Aran, wo Jane schon auf der Hauptstraße auf uns wartete.
Im Ort wird Tabak angebaut.
Schönes Quartier (zum Schluss der Wanderung eine Ferienwohnung mit zwei Schlafräumen und zwei separaten Bädern).

Abendessen gab es 15 Minuten vom Appartementhotel entfernt, da im Restaurant des Hauses eine private Party lief (Biker feierten das 80. Jubiläum des Wirtes).

Alle Bilder des 11. Wandertages:

11. Wandertag

15.09.25

42 Bilder

12. Wandertag - Arans – Encamp

Glenn's Diary -Aus dem Tagebuch von Glenn

The day dawned inauspiciously with low clouds. We elected to take a taxi to save us 4 miles of up and down walking near the road. The taxi driver was funny, he was excited about our walking and wanted to take us clear to the top of the pass. We started up a side road that led to the GR11, and walked right by our turn-off and had to go back a ways. Most of the trail was a forest road. Half way up we came to a fountain with stone benches and tables, a picnic area. Nearby in the forest was an ant nest 3’ in diameter and over a foot high. We got to the summit with a little sun and broken clouds playing peek-a-boo with the mountains. We had a nice lunch on benches at the pass, nice to not be sitting in the ground.
Then we started down. The trail quickly dropped into forest and contoured around the hillside before starting the descent. This was one of the better descent trails with only a few very steep sections and big rock steps. Soon we were down at terraces and old summer buildings, then a twelfth century church in a hill above Encamp, our destination. A local lady gave us a short history of the church in English, then we walked the last half mile into town to our hotel, finishing our trek. We were really happy to have finished another big section of the GR11. Great mountains, and hard hiking.
Our friends were picked up by a taxi for the long (3hr) ride back to the starting point and their car.
Tomorrow we pick up a rental car and drive to the town of Palafrugell in the Costa Brava.
Frühstück mit den Bikern und ein Taxi holte uns ab, um uns dem Ziel ein wenig näher zu bringen. Heute war ein extrem langer Tag, wir mussten aber noch mit dem Taxi zurück nach Vielha fahren und durften nicht zu spät in Encamp ankommen.
Das Taxi setzte uns 5-6 Hundert Höhenmeter vor dem Pass ab und nun mussten wir selber den Rest bis zum Ziel laufen.
Wieder ein steiler Aufstieg in einem kühlen Wald, mitunter tröpfelte es sogar ein wenig.
Oben auf dem Pass schien die Sonne und wir machten eine ausführliche Pause.
Die Pause war so lang, dass ich noch ein Zeitraffer-Video aufnahm. Die lange Pause sollte sich aber rächen.
Auf bequemen Wegen ging es eine Weile auf dem "Grat", besser wohl Bergrücken entlang, bis wir ins Tal nach Encamp abstiegen.
Wieder ein schöner Wald und steil bergab. Janas Knie fanden das nicht so gut und wir kamen nur langsam voran.
Als unsere Zeitreserve aufgebraucht war, trennten wir uns, um unser Taxi nicht zu verpassen. Die STadt war schon von Weitem zu sehen, doch die Strecke wollte gegangen sein.
Der kluturelle Höhepunkt des Tages und bestimmt auch der Reise war eine kleine alte Kirche oberhalb von Encamp.

Sant Romà de les Bons: Ein Meisterwerk der Romanik in Andorra

1. Überblick und Bedeutung
Die Kirche Sant Romà de les Bons (katalanisch: Església de Sant Romà de les Bons) ist eine vorromanische und romanische Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Sie liegt oberhalb des Ortes Encamp im gleichnamigen Parish (Verwaltungsbezirk) von Andorra auf einer Höhe von ca. 1.250 Metern. Die Kirche ist nicht nur ein religiöses Bauwerk, sondern ein kulturhistorisches Ensemble, zu das auch die Überreste einer mittelalterlichen Burg (Castell de les Bons), Zisternen und Wohnbauten gehören. Sie gilt als einer der bestenhaltenen und bedeutendsten Zeugen der Romanik im Fürstentum Andorra.

2. Architektur
Baustil und Struktur:
Stil: Vorromanisch mit romanischen Elementen.
Bauzeit: Wahrscheinlich im 11. oder 12. Jahrhundert errichtet, mit späteren Umbauten.
Grundriss: Kleine, einschiffige Kirche mit einem rechteckigen Grundriss und einer halbrunden Apsis im Osten.
Material: Typisch für die Region: grobe Granitsteine aus der Umgebung, mit Mörtel verbunden.
Dach: Ursprünglich mit Steinplatten (lloses) gedeckt, heute teilweise rekonstruiert.
Glockenturm: Ein schlichter, quadratischer Glockengiebel (espadanya) mit zwei Schallöffnungen krönt die Westfassade.
Besondere architektonische Merkmale:
Die Apsis ist innen gewölbt und außen mit einem Lombardischen Bogenfries verziert – ein charakteristisches Element der Romanik in Katalonien und Andorra.
Das Südfenster der Apsis ist mit einem steinernen Kreuz verziert.
Der Eingang erfolgt durch ein einfaches Rundbogenportal auf der Südseite.
3. Innenausstattung und Wandmalereien
Romanische Wandmalereien:
Der berühmteste Schatz der Kirche sind die romanischen Wandmalereien im Innenraum, die auf das 12. Jahrhundert datiert werden.
Sie wurden 1918 wiederentdeckt und sind heute zum Schutz teilweise durch Repliken ersetzt (Originale im Nationalen Kunstmuseum Kataloniens (MNAC) in Barcelona).
Themen: Die Malereien zeigen christologische Szenen:
Christus als Pantokrator (Weltenherrscher) in der Apsiskalotte, umgeben von den Evangelistensymbolen (Tetramorph).
Szenen aus dem Leben Jesu und Heiligendarstellungen.
Stil: Typisch für die katalanische Romanik: flächige, ausdrucksstarke Figuren mit dunklen Konturen und lebhaften Farben (Ocker, Rot, Schwarz).
Weitere Ausstattung:
Ein romanischer Altar aus Stein.
Ein Taufstein aus derselben Epoche.
Einige spätgotische Holzskulpturen (16. Jahrhundert).

4. Historischer Kontext und die Legende von Sant Romà
Namensherkunft: Der Heilige Romanus (katal. Romà) war ein Einsiedler und Märtyrer des 4. Jahrhunderts. Der Legende nach soll er in einer Höhle in der Nähe gelebt haben.

Siedlung les Bons: Die Kirche war Teil einer befestigten Siedlung (Castell de les Bons), die der lokalen Adelsfamilie Les Bons gehörte und strategisch die Zugänge zum Tal kontrollierte.
Funktion: Sie diente sowohl als Pfarrkirche für die umliegende Bevölkerung als auch als Privateigentum der Feudalherren.
5. Das archäologische Ensemble von Les Bons
Die Kirche ist Teil eines größeren historischen Komplexes:
Castell de les Bons: Die Ruinen einer mittelalterlichen Burg aus dem 13. Jahrhundert.
Zisterne („Els Pessons“): Ein mittelalterlicher Wassertank, der in den Felsen gehauen wurde und mit einem komplizierten System zur Sammlung von Schmelzwasser ausgestattet war.
Wachturm (Torre dels Moros): Ein vorromanischer Turm (vermutlich 10.-11. Jahrhundert), der als Wachposten diente.
Wohnhäuser: Traditionelle Steinhäuser, die bis ins 20. Jahrhundert bewohnt waren.
Von der Kirche bis zum Hotel Paris waren es nur noch Minuten, keine Stunden mehr. Per Whattsapp erhielten wir auch die Nachricht, dass das Taxi ein wenig später kommen würde, sodass wir die letzten Meter unserer 12 tägigen Wanderung ganz entspannt bergab liefen. Jane und Glenn hatten uns dann auch eingeholt.
Abschied im Hotel "KLEIN Paris", das Taxi hatte diesmal alle Koffer mit. Wir hatten noch eine fast dreistündige Rückfahrt nach Encamp vor uns, auf der wir die Reise noch einmal Revue passieren ließen. Eine wundervolle Erfahreung.
Im Hotel in Encamp war nur noch ein Dachgeschosszimmer frei. Ich schaffte das Gepäck ins Zimmer und schaute, ob das Auto noch auf dem Parkplatz stand. Als ich zurück kam, fand ich Toma am Boden weinend. Sie hatte sich in der niedrigen Mansarde den KOpf an einem Eisenträger gestoßen. Offene Wunde. SChmerzhaft. Eigentlich hätte man das Zimmer gar nicht vermieten dürfen, denn auch ich stieß mich im Laufe der Nacht noch zweimal an dier niedrigen Decke.

Alle Bilder vom 12. Wandertag:

12. Wandertag

16.09.25

33 Bilder

Blick aus dem Dachfenster auf Encamp.
Wir fuhren zwei Tage zurück nach Marl und besuchten unterwegs unseren Kumpel Berthold in Dautmergen.